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[TXT] The Feebles - Heimweh
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Der Archivar



Beiträge: 160

Titel: [TXT] The Feebles - Heimweh
Verfasst am: Mo, 08 Okt 2007, 22:46
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Autor: The Feebles

Code:
Die Nacht war dunkel.
Doch der Mond schien eigentlich hell genug um den weg nach Hause zu finden.

Ich ging durch die noch leeren Strassen,was sich jedoch in mindestens 6
Stunden schwer aendern koennte ! Denn es war 10 vor 12.Als ich auf meine
Uhr sah kam mir die Erkenntnis das die Welt doch klein ist und es
Fernsehsendungen gibt die genau die selbe Zeit ansagen.Aber inzwischen war
es 8 vor 12 geworden ich nach weiteren 30 sec.konnte ich mich garnicht mehr
erinnern ueberhaupt eine Uhr zu besitzten . Erst gegen 2 Minuten vor 12
entsann ich mich ihrer wieder,schob den aermel hoch und schaute auf
selbige.
Es war spaet um diese Zeit und ich wuenschte mir nichts sehnlicher als ins
Bett zu steigen.Eben mit dieser motivierten Einstellung beschleunigte ich
auch gleich meine Geschwindigkeit von einem auf zwei Schritte pro sekunde.
Und so ging ich und ging ich,immer weiter und weiter.Es schien kein Ende
nehmen zu wollen und schlisslich bemerkte ich dann doch das ich eigentlich
garnicht mehr wusste wo ich mich denn befand.Wahrscheinlich hatte ich zu
oft auf meine Uhr gesehen,wie jetzt schon wieder : Es war 12:30 und ich
erinnerte mich an Menschen die behaupteten das die Geisterstunde um 12 Uhr
beginnt. Ich ging immer von halb eins aus.Aber wie auch immer ob 12 oder
halb 1 genau in diesem Augenblick lief mir nasser Schweis den Ruecken
runter und sog sich schliesslich in meinen Boxershorts fest.Kein angenehmes
Gefuehl
wenn man bedenkt das man nur zwei Paar besass,das eine sich in der Waesche
befand und das zweite auf dem besten Wege war sich in einen nassen Lappen
zu verwandeln.Aber wohlmoeglich wuerde sie,den Rest des morgens auf der
Heizung verbracht,in der frueh wieder trocken und zerknittert zu Verfuegung
stehen !
Vorrausgesetzt ich wuerde es frueher oder spaeter schaffen meine Heizung
und die dazugehoerende Wohnung zu finden !!

Als ob meine Lage nicht schon aussichtslos genug waere,lichteten sich
ploetzlich die eh schon raren Wolkendecken und gaben den Blick auf den
vollen Mond frei ! Vollmond ! Ich war keineswegs aberglaeubisch,aber erst
letzte Woche konnte ich nicht wiederstehen mir American Werwolf im Fernsehn
anzuschauen.Wahrscheinlich waere ich frueher oder spaeter beim Anblick des
Films in tiefen Winterschlaf verfallen aber zum Glueck gab es aufmunterndes
Werbefernsehen,in dem sich Hausfrauen um Waschpulver pruegeln und Werbungen
fuer Pornofilme ein wahrer Augenschmaus waren !
Und so erinnerte ich mich auch an den Augenblick der Verwandlung zurueck,
die zufaellig ebenfalls bei Vollmond stattgefunden hatt.Die Vorstellung war
amuesant.Eben noch ueber die Cornflakes gebeugt und im naechsten Moment
schon mit dem Kopf mitten in der Schuessel.Als waeren die Flakes dafuer
verantwortlich,zieht man den Kopf wieder herraus und wundert sich ueber den
ploetzlichen Bartwuchs,welcher auch vom ausseren Betrachtungswinkel
nicht gerade attraktiv wirkt.Auf jedenfall kein 3-Tage-Bart.
Ich besann mich wieder meiner menschlichen Intelligenz und schaute neugierig
auf die Uhr.Es war halb eins.Ich wunderte mich denn ich war seit Zeile 18
mindestens eine weitere Viertelstunde,auf der Suche nach meiner Heimat durc
die Strassen geirrt.War die Uhr vielleicht stehengeblieben ?? Ich hatte
keine Ahnung schliesslich war ich kein Techniker und hatte auch sonst nur
wenig mit Uhren zu tun,ausser wenn ich mich nach der Zeit erkundigte.

Naja seis drum,ich wusste das ich frueher oder spaeter auf einen Menschen
treffen wuerde der mit Sicherheit mehr Ahnung von dem,inzwischen sehr
merkwuerdigen,Stadtbezirk hatte.Ich wusste garnicht mal so recht ob ich
mich noch in der Stadt befand,denn seit etwa 5 min (ich konnte es nicht mit
Sicherheit behaupten,denn meine Uhr zeigte stur immer noch eine halbe
Stunde vor Ein Uhr an ),war ich weder an Hauesern noch an aehnlichen auf
Zivilisation hinwiesenden Bauwerken vorbeigekommen.5 min waren vielleicht
nicht die halbe Ewigkeit aber da ich inzwischen mein Geschwindigkeit um
einen weiteren Schritt pro Sekunde erhoeht hatte,war das umgerechnet ein
doch garnicht so kleiner Betrag an kilometergeld .Ich ueberlegte mir
vielleicht mit joggen anzufanfangen verwarf die Idee aber schlisslich
doch wieder .

WO WAR ICH ????

Ich wusste es nicht,auch als der eh schon ziemlich zugewachsene
Weg,schliesslich ganz aufheorte,war mir immer noch schleierhaft ob ich
jemals meine Arbeitskollegen wiedersehen sollte! Ach,frueher oder
spaeter wuerde es dann doch heller werden und ich freute mich schon auf den
Moment in den Spiegel zu schauen,um meine Beulen zu betrachten,die ich mir
an mindestens 2 Deutschen Eichen und einer Birke zugezogen hatte.
Sollte ich mich in einigen Stunden immer noch in diesem Urwald aus
Dornenbueschen und Sumpfpflanzen befinden,war ich mir jedenfalls sicher ,dass
wenn die ersten Sonnstrahlen den Boden erhellen ,ich anhand meiner eigenen
Fussspuren leicht den Weg zurueckfinden sollte.
Vorrausgesetzt es wuerde nicht regnen.Aber schlisslich fing es doch an.Ich
fragte mich woher die wenigen Wolken in der kurzen Zeit das ganze Wasser
her nahmen,doch bevor ich den Gedanken zueendefuehren konnte hoerte es auch
schon auf.Aber ein positives hatte die Sache an sich : Jetzt mussten meine
Shorts die schwuelen stunden auf der Heizung nicht mehr alleine verbringen.
Aeusserst positiv !wenn man bedenkt das ich inzwischen einen meiner Schuhe
in einem der vielen kleinen Sumpfloecher zuruecklassen musste.
Immerhin wuerde mein 80 Dollar-Schuh einen sicheren Zufluchtsort fuer kleine
Reptilien und Amphibien abgeben ! Bei solch romantischen Gedanken wurde mir
gleich waermer ums Herz,was mir uebrigens recht gut tat,denn die Temperatur
war auch nicht gerade gestiegen. Die Fetzen meines Anzuges ,der uebrigens
auch nicht grade billig war, trugen ihren Teil zur Unterkuehlung meines
Koerpers bei.Ich spielte mit dem gedanken mich ihrer vollends zu
entledigen.
Was ich dann auch tat.Mir wurde auch gleich waermer.Da der Anzug bei meinem
letzen Sturz ziemlich an Feuchtigkeit dazugewonen hatte und die Verdunstung
der Fluessigkeit wahrscheinlich eher Schuld an meinem Schuettelfrost hatte

Ich war uebrigens immer noch keinem Menschen begegnet ,den ich nach dem Weg
fragen koennte,als ploetzlich meine Designer-jeans an noch mehr Design
erfreuen konnten.Wie immer bekamm ich zuviel des guten und das rechte
Hosenbein verabschiedete sich nach einem reissendem ziehen von den
zurueckgebliebenen kuemmerlichen Resten. Da es dunkel war konnte mich zum
Glueck niemand sehen.Der Gedanke daran,das mich selbst wenn es hell waere
keiner sehen wuerde da ja niemand da war,machte mich auch nicht gerade
froehlicher.
Der Gedanke das ich in einen Fischweiher fallen koennte um schlisslich
elendig zu ertrinken,brachte mich dazu stehen zu bleiben.Ich verwarf den
Gedanken wieder,als ich langsam vom Boden aufgesogen wurde.Bei dem Versuch
den gurgelnden Geraueschen zu entkommen und nicht im Moor zu zu versinken,
verlor ich auch meinen zweiten Schuh !

Schlisslich fing ich hysterisch an zu lachen,den die schmatzenden
Gerauesche meiner bestrumpften Fuesse im Sumpfboden waren ausgesprochen
komisch !
Und wie durch ein Wunder,angelockt durch das aufmuternde Gekreische das
eindeutig von mir stammte,hoerte ich pletzlich Stimmen vor mir.
HHHmmmm..??? Waren das wirklich Stimmen ???
Ich blieb stehen und lauschte angespannt. Leider war es nur das neugierige
Gegrunze eines verwirrten keilers,der aber anscheinend auch nicht zu der
mutigen Sorte gehoerte,denn als er mit mir zusammensties quickte er laut
auf ,biss mir ins Bein und verschwand im Gestruepp.Ich hatte schon wieder einen
Freund verloren,noch bevor ich seine Bekanntschaft machen konnte.

Langsam wurde ich muede und verwarf die Absicht weiter nach einem Ausweg zu
suchen.Auch als ich bemerkte,dass es langsam heller wurde am Rande des
Horizonts,denn ich wage durch den wald erkennen konnte,konnte ich mich nich
dazu entschliessen mich wieder auf den weg zurueck machen und damit zu
meinem Arbeitsplatz ! Ich entschloss mich,entgegen jeglicher Menschenlogik
darauf zu warten bis mich ein Jaeger findet der mich nicht fuer Jagdwild
haeltt um mich schleunigst wieder zurueck zur Menscheit zu bringen.!!

Es wurde heller und heller,die Sonne stieg und stieg um schliesslich wieder
zu verschwinden.Mit der Sonne ging auch das licht und es wurde dunkler und
dunkler ,bis es schliesslich wieder ganz dunkel war und ich immer noch auf
Hilfe wartete.Ich wunderte mich das mein Magen aufeghoert hatte zu
schmerzen und Gerauesche von sich zu geben.
Aber ich war einfach nicht in der Stimmung gewesen mir etwas nahrhaftes zu
suchen. Auch die kleinen Froesche die um mich  herumturnten konnten mich
nicht dazu herablassen,meine gute Erziehung und damitverbunden
Essgewohnheiten zu vergessen !


Ich hatte mindestens 120 mal auf meine Uhr
geschaut bevor ich sie schliesslich entnervt in den naechstbesetn Tuempel
warf um mich jetzt wieder nach ihr zuruecksehnen.Doch es war zu dunkel um
nach ihr zu suchen und wahrscheinlich war sie eh schon am Waldboden
festgerostet.
Die Zeit verging ,die Tage ebenfalls wenn ich mich recht erinnern konnte
waren es mindestens 9 ,bevor mich ein herunstreundes Paerrchen schliesslich
abgemagert und halbtot ins Staedtische Krankenhaus gebracht hatten !
Hier liege ich noch heute,ungefaehr 5 Jahre spaeter,weil ich meine Beine
immer noch nicht bewegen kann.Die Haende sind zum Glueck wieder
funktionsfaehig,aber leider nur zum schreiben zu gebrauchen ,da mir meine
Maennlichkeit irgendwie abhanden gekommen sein muss.Wahrscheinlich hat sie
ein herumstreunder Fuchs fuer ein armes Wuerstchen gehalten und sich
kurzerhand entschlossen,es von seinen Qualen zu befreien.Von all dem hab
ich nichts mitbekommen,da ich ja erst vor 2 wochen aus dem Koma aufgewacht
bin !!!

Tja das war meine Geschichte.....und deswegen liege ich jetzt immer noch
hier und schreibe anonyme Briefe an noch anonymere Damen,von denen ich
sicher sein kann,dass sie mir niemals uebern Weg laufen werden.
Zum Glueck habe ich mir vor kurzem ein Modem zugelegt mit dem ich noch viel
mehr Spass habe als mit meiner Scheibmaschine.
Irgendwann werde ich mir den passenden Computer dazu leisten.

Ich hoffe ihr werdet an mich denken ,wenn ihr alleine durcht die Strassen
zieht....ausserdem wuensch ich euch noch viel Glueck,bei was auch immer !!

Euer feeble :
                       (c)by
                               THE FEEBLES

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