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Bernhard Schlink - Selbs Mord
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boris



Beiträge: 10136

Titel: Bernhard Schlink - Selbs Mord
Verfasst am: Fr, 15 Aug 2008, 19:07
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Bernhard Schlink - Selbs Mord

Und hier der Abschluß der "Selb"-Trilogie. Eins direkt vorweg: wer wissen willen, wen Selb umbringt, und ob nicht vielleicht sich selbst (womit dann das Wortspiel mit dem Nachnamen dieses Mal doppelt wörtlich wäre), sollte nicht den letzten Satz zuerst lesen (so wie ich dummerweise, als ich nachschlug, wieviele Seiten ich zu bewältigen haben würde - wie es so meine Art ist).

Gerhard Selb in seinem letzten Fall, den er eher zufällig bekommt. Er soll für den Inhaber einer Privatbank, der zum Jubiläum seinen Unternehmens eine Chronik erstellen will, einen "stillen Teilhaber" ausfindig machen, der vor Jahrzehnten eine nicht unbeträchtliche Menge Geld in die Firma gesteckt hat, über den aber nirgendwo etwas verzeichnet ist.
Die Geschichte führt Selb nach Ostdeutschland und - wieder einmal - auch in seine Vergangenheit. Es wird aber recht schnell klar, daß an dem Auftrag irgend etwas nicht stimmt - ein Koffer schmutziges Geld, ein toter Buchhalter und vielleicht sogar die Russenmafia machen die ganze Sache zusätzlich spannend.

Schlink legt hier wieder einen guten, wahrscheinlich sogar sehr guten Krimi vor, der sich positiv vom Krimi-Einerlei abhebt. Trotzdem bleibt "Selbs Mord" hinter den beiden Vorgängern Selbs Justiz und Selbs Betrug zurück. Die Geschichte wirkt irgendwie "flickenhaft", nicht durchgängig einheitlich. Die Szenen, in denen Selb zuerst von Skins, später dann von Linken in den Fluß geworfen wird, ist sogar seltsam aufgesetzt und arg bemüht. Ebenso ist die fingierte Geiselnahme irgendwie zu übermütig für den gesetzten 70-Jährigen, um glaubwürdig zu sein.

Also: immer noch ein wirklich guter Krimi, Schlink nutzt hier seine Möglichkeiten in Sachen Erzählkunst aber nicht aus.
(Trotzdem wird man das Buch natürlich lesen müssen, wenn man die ersten beiden Bände durch hat, dafür ist Selb ein zu interessanter Charakter.)


____________
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