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William Carlos Williams - Gut im Rennen
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boris



Beiträge: 10136

Titel: William Carlos Williams - Gut im Rennen
Verfasst am: Di, 29 Okt 2013, 15:25
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William Carlos Williams - Gut im Rennen

Gekommen von ich auf Williams durch eine Doku über Hubert Selby, der ihn dort als einen seiner Einflüsse nannte.

Das Buch (Originaltitel: "In the money") ist der zweite Teile einer Chronik über die Einwandererfamilie Stecher (er aus Deutschland, sie aus Skandinavien) - obwohl Williams offenbar eher Lyriker war (so wikipedia). Der Großteil der Handlung dreht sich darum, dass der Vater - gelernter Drucker - sich selbständig machen möchte und dafür ein Angebot für einen offiziellen Druckauftrag der Regierung abgibt und damit mit seiner ehemaligen Firma konkurriert.

Als das Buch heraus kam (1940), war es angeblich bahnbrechend und hat den Stil amerikanischer Erzählungen nachhaltig geprägt. Dass Selby von ihm beeinflusst wurde, mag ich gerne glauben, ähnlich sind auch beim ihm z.B. die Dialoge gehalten (ohne Anführungszeichen direkt in den Text integriert). Ob diese Technik ursprünglich von Williams ist, weiß ich nicht, ist aber auch egal.
Was man dem Buch zugute halten muss, ist die unglaublich lebensnahe Schilderung der Unterhaltungen der Figuren, das ist wirklich sehr gut gemacht und zeigt den Charakter der Personen sehr gut (innere Handlung gibt es sonst kaum). Wie es eine Chronik aber leider (offensichtlich) auszeichnet, beschreibt die Handlung einfach "nur" einen Zeitabschnitt, ohne wirklich auf eine besondere Episode abzustellen. So wird der - durchaus nicht uninteressante - Strang über den Kampf des Vaters gegen seine Konkurrenz immer wieder unterbrochen durch ganze Kapitel an Beschreibungen z.B. über einen Tag auf dem Spielplatz, wie die Kinder sprechen, was sie tun, etc. etc. Am Schluss nimmt das das jüngste Kind den gesamten Umfang der Erzählung ein, und hier wird es dann extrem lahm, die letzten 50 Seiten waren kaum auszuhalten, das Innenleben der Figuren kommt hier völlig zum Erliegen.

Daher: Obwohl der Prosastil sehr realistisch ist, überzeugt das Buch inhaltlich überhaupt nicht, dazu ist es zu uneinheitlich, sprunghaft und letztendlich langweilig.


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