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Klaus Mann - Mephisto
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boris



Beiträge: 10688

Titel: Klaus Mann - Mephisto
Verfasst am: So, 17 Jul 2022, 19:24
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Klaus Mann - Mephisto

Story: Schauspieler Hendrik Höfgen arbeitet sich in den 1930er Jahren aus einer Stellung im Hamburger Provinztheater nach oben. Zunächst sympathisiert er mit dem kommunistischen Lager, als die Nazis aber irgendwann mehr und mehr an Macht gewinnen, siegt der Opportunismus, er lässt sich auf einen Handel mit dem/n Teufel/n ein und beginnt eine steile Karriere als Schauspieler und später auch als Intendant am Berliner Staatstheater. Alte Beziehungen, Freundschaften und seine Ehe bleiben dabei auf der Strecke.

Ein skandalumwitterter Roman, der (schon) 1936 erschien und die opportunistische Karriere des Schauspielers und Intendanten Gustav Gründgens nachzeichnet, wobei kaum versteckt wird, wer gemeint ist. Das Buch war lange verboten und führte Jahrzehnte nach dem ersten Erscheinen zum "Mephisto-Urteil", das die Grenzen der Kunst(freiheit) und deren Verhältnis zum Persönlichkeitsrecht regelt. Dass die Nachkommen von Gründgens gegen den Roman waren, kann man angesichts der Darstellung der Hauptfigur, seiner Nähe zu den Nazis und seiner Hörigkeit einer schwarzen Domina gegenüber durchaus verstehen - wobei sich natürlich die Frage stellt, warum die Romanfigur so nah am "Original" sein musste, hier hätte Mann durchaus etwas mehr Abstand wahren und so den ganzen Streit vermeiden können. Am Ende schreibt er zwar "Alle Personen dieses Buches stellen Typen dar, nicht Porträts.", so richtig glauben mag man ihm das aber nicht.
Sprachlich ist das Buch auf jeden Fall hervorragend, erzählerisch die meiste Zeit auch. Gerade die ersten Kapitel, in denen die Figuren vorgestellt und in Beziehung gesetzt werden, sind wirklich großartig. Der Werdegang der Hauptfigur ist zum großen Teil nachvollziehbar dargestellt, gegen Ende zerfasert die Erzählung leider etwas, weil die Figur nicht mehr so im Mittelpunkt steht und man den Eindruck bekommt, dass die Handlung etwas sehr gehetzt wird. Auch gibt es in der zweiten Hälfte nicht mehr die episch genauen Beobachtungen, die zwar zum Teil etwas langatmig waren, die Stimmung aber auch erst ausgemacht haben.

Fazit: Ein toll geschriebenes Buch mit ein paar Längen und Schwächen, insgesamt aber (unabhängig vom Wirbel, den es verursacht hat) noch empfehlenswert.t


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