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J.G. Ballard - Hochhaus
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boris



Beiträge: 10136

Titel: J.G. Ballard - Hochhaus
Verfasst am: Mo, 05 Dez 2005, 00:24
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Antworten mit Zitat

J.G. Ballard - Hochhaus

Woher ich das Buch von (J)ames (G)raham Ballard habe, weiß ich nicht mehr, auf jeden Fall steht es schon seit geraumer Zeit im Regal und wurde jetzt (endlich) gelesen.
J.G. Ballard, geboren 1930, ist britischer Schriftsteller, der (zumindest in diesem Buch) in Richtung des Genres Science Fiction schreibt, auch wenn Hochhaus dem nicht wirklich zuzuordnen ist. Es geht eher um Zivilisationskritik und das vom Feinsten.
Darüber hinaus bekannt von Ballard ist "Crash", verfilmt von David Cronenberg (der für kaputte Filme wie "Naked Lunch" und "eXistenZ", beide sehr empfehlenswert, bekannt ist), außerdem schrieb er das Buch, nach dem der Film "Das Reich der Sonne" gedreht wurde.

Zurück zu "Hochhaus" (im Original "High Rise") von 1975: Dr. Robert Laing zieht nach seiner Scheidung in ein 40-stöckiges Hochhaus, das ausschließlich von einigermaßen begüterten - insgesamt 2000 - Menschen bewohnt wird. Diese "kultivierten" Bewohner fangen jedoch langsam (und zunächst sehr unterschwellig) an, mit leichten Gereiztheiten und Aggressionen aufeinander zu reagieren. Das soziale Gefälle im Haus reicht vom Architekten und "Herrscher" des Hauses in seinem Penthouse bis runter ins Erdgeschoß.
Die Feindseligkeiten steigern sich ohne wirklich erkennbaren Grund, allerdings stellt sich schnell heraus, daß einzelne Etagen gegeneinander antreten und schließlich Krieg führen. Einige versuchen, das Hochhaus zu "besteigen", Treppen sind allerdings irgendwann verbarrikadiert, Fahrstühle werden festgehalten, die Strom- und Wasserversorgung sowie die Klimaanlagen fallen schließlich auch aus.
Im Laufe der Eskalation kommt es zu Auswüchsen übelster Sorte, die Bewohner verlassen das Hochhaus kaum noch, viele drehen durch, Mord ist an der Tagesordnung, die "Regel" des Hauses ist nur noch die, daß jeder sich so ausleben kann, wie er will ... mit allen erdenklichen Folgen.

Was Ballard hier beschreibt ist eine überspitzte Zukunftsvision nicht nur über unmenschliche Wohnverhältnisse. Wie zielsicher und unaufhaltsam er auf den Abgrund und das realistische Ende zusteuert ist beängstigend und Horror vom Feinsten. Ich dachte mir bei jeder Szene, wie das wohl im Film aussehen würde und wie es der Zufall will, ist der Film (obwohl das Buch schon von 1975 ist) gerade in Produktion (s. hier).
Leider sind momentan von Ballard keine Bücher mehr im Druck (meine Suhrkamp-Ausgabe wird momentan bei booklooker für über 40 Schleifen angeboten !), ich werde auf jeden Fall nach mehr Ausschau halten.

Kein Science Fiction im "klassischen" Sinn, aber eine üble Zukunftsvision, deren Konsequenz und Realitätsnähe ein ziemlicher Knüller ist.


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