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R's Kleine Weinkunde
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UncleR



Beiträge: 2084

Titel: R's Kleine Weinkunde
Verfasst am: Fr, 02 Jun 2006, 16:33
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Willkommen, willkommen!

So vieles gibt es im Rebsaft zu entdecken, was dem Gaumen und der Leber Freude macht.

Sinnliches, Herzhaftes, Gehaltvolles, Frivoles, Exzellentes, Berauschendes, Feuriges, Erfrischendes, Lebendiges und Betäubendes...

Damit ihr mit der rassigen Geliebten WEIN recht umgeht und sie von der besten Seite nehmt, ein paar nützliche Hinweise:

1. Es kommt auf die Qualitäten an.
Natürlich macht auch die Plörre aus der Plastikbox gut voll, aber es gilt mehr zu entdecken, als Wein, den man irgendwie trinken kann.
Also, für besondere Momente auch gute Tropfen!
Man wähle demnach einen guten Erzeuger und auch einen guten Jahrgang.

2. Es kommt auf die Modalitäten an.
Zu warm, zu kalt, zu lange offen... - alles Scheiße!
Gerade im Sommer - lieber etwas zu kühl servieren und mit der Hand oder mit etwas Zeit anwärmen und erfrischend angenehm genießen.
Auch bei schweren Rotweinen sollten es selten mehr als 19 Grad sein, leichtere sehe ich eher bei 16-18 Grad Flaschentemperatur.
Die Weißen (vor allem Sekt, Champus, Prosecco) lieben eh eine gewisse Kühle. Nur gefroren sollten sie nicht unbedingt sein.
Etwas Luft (rechtzeitiges Ölffnen der Flasche oder Dekantieren/Ausschenken in eine Weinkaraffe) bringt jüngeren Weinen mehr Zugänglichkeit und konzentrierten Tropfen mehr Frische und ermöglicht eine bessere Entfaltung des Potentials an Frucht, Aromen und Geschmack.

3. Es kommt auf den Stil an.
Natürlich kann man Wein zu jedem Anlaß (oder auch ohne einen solchen) trinken. Aber das richtige Ambiente, die geeignete (ruhebetonte) Stimmung oder die passende trinkfreudige und gutgelaunte Gesellschaft machen den Weingenuß erst zu einem richtigen Erleben.
Dazu gehört auch eine passende kulinarische Leckerei (je nach Appetit größer oder kleiner, umfassend oder dezent) und ausreichend Zeit, da der Wein immer mit der Muße flirtet.
Zudem ist es sehr wohl vorteilhaft, ein geeignetes, sauberes Trinkgefäß zur Hand zu haben. Nicht den Schierlingsbecher oder gar eine Tonvase, in der vormals die Trockenblumen aufbewahrt wurden, sondern feine, dünne und elegante Gläser formen das Bukett und die geschmackliche Fülle des eingeschenkten Rebsaftes.

4. Es kommt auf DICH an.
Wein ist sehr individuell.
Was dem einen ein Gräuel, das ist dem anderen die Erfüllung.
Also braucht man auch über den Geschmack nicht streiten - das mag jeder mit sich selbst ausmachen.
Aber man kann doch aus jedem qualitativ ansprechenden Wein ein paar interessante Erkenntnisse ziehen, Erfahrungen sammeln, das Spektrum erweitern. Das macht den Weinkenner aus.
Ein Stück Hingabe ist es allemal. Das bedeutet, man muss etwas von sich selbst einbringen. Aber die Sache gibt auch vieles zurück, vor allem ein Gespür für feine Unterschiede und Nuancen.

5. Es kommt auf den Genuß an.
Lass dich nicht zum Trinken zwingen!
Was dir nicht schmeckt, musst du nicht lieben.
Was dir zuviel ist, musst du nicht auf dich nehmen.
Was du nicht willst, das lass sein.
Kein Wein ist so toll, dass man seine Karriere, seine Gesundheit, seine Ehe oder seinen Führerschein aufs Spiel setzen muss.
Einfach entspannt genießen, Freude daran haben, mit anderen schöne Erfahrungen teilen, ein gediegenes Stück dieser Welt erleben - das ist der Genuß.

Wohl bekomm's!


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boris



Beiträge: 10136

Titel: Re: R's Kleine Weinkunde
Verfasst am: Do, 08 Jun 2006, 21:51
Beitrag
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UncleR @ Fr, 02 Jun 2006, 16:33 gab folgendes von sich:
Was dir nicht schmeckt, musst du nicht lieben.

Sehr gut, gerade im Umfeld meines Biertests ist an der Regel auch was dran. Aber auch sonst werde ich bestimmt auf deine Empfehlungen (nicht nur diese, sehr wichtige) zurückkommen, wenn ich mal wieder einen Wein öffne (es sind noch 1-2 ganz gute Flaschen auf Lager, bin halt kein Weintrinker).

Die wirklich einzige Sorte, die ich auf Anhieb nennen könnte und die mir schmeckt, ist roter Dornfelder. Da gibts auch reichlich verschiedene Sorten, davon hatte ich auch schon ein paar, aber meist mußte ich sagen: das ist mal ein leckerer Wein !

Schon Empfehlungen für Portwein gesammelt ? Habe da noch eine Flasche in der Abstellkammer am Start, die ich bezeiten gerne mal öffnen würde ... allerdings ist das noch mehr ein "Genuss"-Wein, von dem man mal 1-2 Gläser trinkt, das aber noch langsamer und noch ausführlicher als bei "normalem" Wein (im Gegensatz zum Bier).

Wie auch immer: gut, daß wir drüber gesprochen haben.


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UncleR



Beiträge: 2084

Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Sa, 10 Jun 2006, 11:02
Beitrag
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Weintrinker - und vor allem Weinkenner - kann man aber werden.
Wenn es nicht grundsätzlich ums Abschießen oder Kehleschmieren geht, ist Wein sowieso das meines Erachtens kultivierteste alkoholische Getränk.
Es ist allerdings sinnvoll, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen.
Daher auch dieser Beitrag im Forum Le FineSnäcker.

Zum Portwein kann ich nicht aus persönlich gemachter Trinkerfahrung berichten (die liegen bei mir sicher 15 Jahre zurück), aber ich habe darüber gelesen.

Portwein ist ein schwerer, voluminöser Verschnittwein, dem auch ein wenig Branntwein beigefügt wird. Er wird in schweren Holzfässern oftmals über Jahrzente gelagert und dann als Assemblage ("Mix") mehrerer Jahrgänge auf die bekannten bauchigen Flaschen gezogen.

Guter Port ist ausgezeichnet, intensiv, sehr komplex in den Fruchtnoten und Gewürzaromen und daher als Abschluß eines gewaltigen Mahls, vielleicht zu einem schokoladigen Nachtisch, eine gute Empfehlung.
Allerdings sind diese Portweine auch EXTREM teuer - gut 50 EUR und mehr pro Flasche, dafür aber auch über lange, lange Zeit (2-3 Generationen) lagerfähig.

Einfacher Port (in England sehr beliebt), lagert nicht so lange, ist ebenfalls sehr alkoholreich für einen Wein und eignet sich ebenfalls als Starter oder Abschluß eines guten Essens, da er eine gewisse Süße und Schwere hat.
Akzeptable Ports kosten zwischen 8 und 20 EUR, je nach Alter, Qualität und Flaschengröße.

Portwein muss man nach Anbrechen der Flasche keinesfalls am selben Abend austrinken - der kann (wie zu Omas Zeiten) auch gut ein halbes Jahr in der Minibar verweilen, wenn der Korken die Flasche wieder dicht verschließt.[/quote]


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