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John Banville - Kepler
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boris



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Titel: John Banville - Kepler
Verfasst am: Mo, 16 März 2020, 22:00
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John Banville - Kepler

Wie schon in Doktor Kopernikus nimmt sich John Banville das Leben einer bedeutenden historischen Figur vor und gießt dessen Leben in eine als Roman erzählte Biografie. Dieses Mal ist es Johannes Kepler (1571-1630), deutscher Mathematiker, Astronom und Astrologe, der die Gesetzmäßigkeiten entdeckte, nachdem sich die Planeten bewegen. Er bestätigte mit seinen Berechnungen Beobachtungen, die von Galilei gemacht wurden.

Auch hier gibt es wieder eine Breitseite Geschichte, die mich sonst nicht so interessiert, wenn sie aber quasi als Nebenschauplatz einer Biografie dieses Kalibers auftritt, ist sie sehr interessantes Beiwerk. Wie Kepler zum Beispiel als Protestant enteignet und vertrieben wurde, wie er in den Kriegswirren "seinem" Kaiser nachrennt, um sich endlich wieder als Mathematiker anstellen lassen zu können, damit er seinen Forschungen nachgehen kann, und wie seiner Mutter letztendlich als Hexe der Prozess gemacht wird, ist wirklich interessant.
Dann gibt es aber auch die persönliche Seite, die freudlose Ehe von Kennenlernen bis Ende und sein Familienleben. Hier hat der Roman seine stärksten Stellen, die Heimkehr in die verbitterte Familie ist großartig geschrieben. Auch sonst ist Banville sprachlich (wie immer) ganz weit vorne, fährt hier sein Talent aber nicht wirklich aus, was zum Teil auch daran liegt, dass ca. ein Viertel des Romans in Briefform gehalten ist, in denen Banville Kepler selbst schreiben lässt. Das hilft, um große zeitliche Spannen raffend zu überbrücken, macht den Lesefluss aber sehr stockend, vor allem, weil die Briefe nicht in chronologischer Reihenfolge abgedruckt sind - warum auch immer.

Alles in allem ein toller Roman mit Kritikpunkten auf hohem Niveau, von Banville gibt es Besseres und Flüssigeres, daher ganz knapp keine Empfehlung (das allerdings nur im Vergleich mit seinen anderen Werken, von denen eine Menge hier zu finden ist).


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