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Projekt: Eigenbräu
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jrose



Beiträge: 2709

Titel: Projekt: Eigenbräu
Verfasst am: So, 28 Mai 2017, 09:52
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Projekt: Eigenbräu

Schon vor einigen Jahren (15, um genau zu sein) hatte ich in einem Laden fern der Heimat ein Braukit in der Hand und war versucht, es mir zuzulegen. Die nötigen Zutaten hätte ich aber zu Hause kaum oder nur schwer bekommen können (irgendwelche Dinge aus Mais), deswegen habe ich es damals gelassen.
Jetzt aber ist alles am Start!


Das Ding kenne ich mittlerweile fast auswendig, die Zutaten sind vorhanden, der Prozess dauert allerdings etwas, morgens ein Bier für die Party am Abend ansetzen, ist wohl nicht drin, das variiert auch noch je nach Biersorte. Auf der Rückseite der Broschüre gibt es wohlklingende Sorten wie "Teufelsbock" oder "Edelbräu", welches davon es werden wird, wird sich noch zeigen (hängt von den Zutaten und der Art und Menge der Hefe ab), auch kann man am Schluss durch die Flaschengärung durch Menge und Art von Zucker noch einiges schrauben und drehen.

Die Hauptsache: Letztendlich kommt (hoffentlich) was raus, was schmeckt und dicht macht, zehn Liter pro Durchgang sind möglich, also begleitet mich auf dieser Reise - Vorschläge für Name und Etikett des Eigenbräus müssen auch noch vergeben werden, genauso wie am Schluss eine Kostprobe.


____________
... wir haben mal wieder alles richtig gemacht.

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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: So, 28 Mai 2017, 15:56
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Episode 1: Behälter

Damit ist nicht der Gärbehälter gemeint, der ist im Kit direkt enthalten, sieht aus wie ein handelsüblicher Farbeimer, ist gelb, hat unten einen Auslass für einen Zapfhahn und fasst zehn Liter:


Mit dem Gären in diesem Ding ist die Sache nicht getan, es folgt später noch eine durch Zucker eingeleitete Flaschengärung, dafür braucht man aber: Flaschen.

Möglichkeit 1: Flaschen mit Kronkorken, dafür ist dann noch eine Verkorkungsanlage nötig
Möglichkeit 2: PET-Flaschen, bei bloßer Erwähnung derselben wird man in diversen Selbstbrauer-Foren aber schon gehäutet
Möglichkeit 3: Glasflaschen (braun, durch helles Glas eindringendes Licht kann sonst den Geschmack ändern) mit Bügelverschluss

Also: #3. Die Dinger rangieren vom Preis zwischen 75ct und 2€ (für leere Flaschen!), macht bei 20 Pullen, die ich benötige, um die 10l abzufüllen beim günstigsten Anbieter 22,50€ wegen Versandkosten.

Daher wird das Brauen erst einmal auf Eis gelegt, bis ich meine 20 vollen Flaschen (14,50€!) geleert habe. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen...



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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Mi, 31 Mai 2017, 19:27
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Zwischenstand: 2 down, 18 to go

Randnotiz: Mönchshof Kellerbier ist (eigene Angabe) Deutschlands meistgetrunkenes Kellerbier und schmeckt ganz ordentlich, hat nur leider die Angewohnheit, schon während des Trinkens (einer Flasche!) einen Schädel zu provozieren.


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jrose



Beiträge: 2709

Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Do, 01 Jun 2017, 17:22
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2. Zubehör

In einem der ominösen Bierbrauerforen, die ich besucht habe, um mich über Flaschen zu informieren, hieß es, dass man beim Abfüllen des Suds aus dem Braueimer in die Flaschen einen Schlauch verwenden soll, damit die Kohlensäure nicht direkt verschwindet und das Bier möglichst wenig Sauerstoff aufnimmt (daher: auf keinen Fall einen Trichter verwenden, mehr hier nachlesen). Es gibt sogar automatische Abfüllröhrchen mit einem Nagelventil, das das Bier automatisch laufen lässt, wenn man es bis auf den Flaschenboden absenkt und damit den Nagel eindrückt.
Man lernt nie aus.

Also: Flugs in einen Aquarienladen und ein Stück Schlauch gekauft, der genau auf den Abfüllhahn passt.


84 Cent. Gerade noch leistbar.


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Fr, 02 Jun 2017, 22:32
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3. Hygiene

Nachdem die Frage nach den Pullen geklärt war, kam direkt die nächste auf: Wie müssen die Dinger präpariert werden? Glaubt man den einschlägigen Foren, ist das wiederum eine eigene Wissenschaft. In einem Post gab es diverse Hinweis auf noch diversere Chemikalien, die man in bestimmten Konzentrationen und Reihenfolgen anwenden sollte, um die Flaschen steriler als OP-Besteck zu bekommen.

Intermezzo: Anekdote und unnützes Wissen
Warum wurden bei den mexikanischen Bieren (Sol und Corona sind die bekanntesten Sorten) eine Zitronenscheibe in den Flaschenhals gesteckt? Was man für einen netten Hipster-Gag (lange, bevor es Hipster gab) oder für eine geschmackliche Finesse halten könnte, hatte ursprünglich ganz andere Hintergründe: Da die Abfüllanlagen eben nicht OP-Besteck-steril waren und sich an den Flaschenöffnungen Keime sammelten, wurde die Zitrone zur Desinfektion genutzt. Tatsache.

Also weiter: Damit man später keine Zitrone braucht, gibt es eine ganzes Batallion von Chemie, die eingesetzt werden kann und bei den Fanatikern auch eingesetzt wird. Nach ca. zwei Kilometern Text und den unterschiedlichsten Empfehlungen wie auch Warnungen (nicht zu viel von dem Zeug oder vorher die Gummiringe von den Schnappverschlüssen entfernen, die lösen sich sonst auf!), kam dann endlich einer, der sich offensichtlich die Reinigungschemie noch nicht weggerüsselt hatte und meinte "Also, ich nehm immer heißes Wasser".
Tiptop, so wirds gemacht.

Fast hatte ich schon den Mut verloren angesichts der angeblichen Komplexität selbst der einfachsten Aufgaben (und das denke ich mir nicht aus, s. hier oder hier: "danklorix (sehr günstig, aber umweltschädlich und hinterlässt angeblich gesundheitsschädliche rückstände, also gut nachspülen!)"), aber jetzt geht's munter weiter.


Zwischenstand: 8 down, 12 to go


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: So, 04 Jun 2017, 13:19
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4. Brauen!

Zwischenstand übrigens: 13,5 down, 6,5 to go, das sollte in der Brauphase locker zu schaffen sein.

Also: Ran an die Plörre, Eimer gereinigt und sofort mal die erste Schwachstelle ausgemacht, der Zapfhahn ist nicht dicht.


Und da der erste Vorgang min. vier, ja nach Temperatur aber auch acht Tage dauern kann, habe ich keine Lust, dass das die ganze Zeit da raussuppt, also:


Wie sich nachher herausstellen sollte, hilft das auch nicht wirklich viel, und es ist nicht nur der Hahn, der nicht dicht ist, sondern auch der Dichtungsring am Eimer. An dieser Stelle also schon einmal einen dicken shit_2 an den Hersteller.

Aber davon lässt man sich ja nicht aufhalten, also die Klebepampe (vorgemanschter Hopfen und so) aufgewärmt, Zucker abgemessen und ab in den Eimer. Die Menge der Zutaten sollen laut Rezept dann ein Edelbräu ergeben, was auch immer das ist.


Zucker ist laut Reinheitsgebot übrigens erlaubt, weil der während des Prozesses umgewandelt wird. Nachher in die Flaschen kommt zum Nachgären nochmal was rein, fürs erste sind es 500g auf die 10l.


Darauf kommen 3l kochendes Wasser, umgerührt, dann kaltes Wasser drauf, bis der Eimer voll ist, dann die Hefe (beiliegend waren 6g, man sollte "knapp die Hälfte" davon verwenden - wie das abzumessen ist, weiß ich nicht, eine Briefwaage steht leider nicht zur Verfügung, also: Pi x Daumen).


Drei Minuten warten, umrühren und fertig ist der Eimer. Jetzt heißt es die beschriebene Anzahl von Tagen warten, bis die Pampe nicht mehr schäumt, sondern sich kleine Schauminseln bilden, "die aussehen wie Schimmel". Sehr gut, da kriegt man doch direkt Durst.


Und der zweite shit_2 an den Hersteller: Die dämliche Dichtung am Hahn ist - wie der Hahn selbst - auch für die Tonne, und zwar so, dass man quasi zusehen kann, wie die Flüssigkeit da rausquillt, so dass zu erwarten ist, dass man nach den Gärungstagen nur noch einen klebrigen Bodensatz in seinem Eimer vorfindet.

(Rechts mittig im Bild ein Tropfen, der gerade entstanden ist, kurz nachdem ich den vorigen abgetupt hatte.)


Fix fürs erste: Krass unprofessionell mit einer Heissklebepistole an dem (vollen) Plastikeimer rumgemacht, scheint aber vorerst zu halten, dafür ist das Gaffa-Band an dem Hahn schon durchfeuchtet, da muss also eine andere Lösung her, einfach zukleben wäre ja nicht so prickelnd.



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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: So, 04 Jun 2017, 14:29
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5. Vorbereitungen

Erstmal alle Etiketten von den Pullen kriegen.


Und dann schön verschmutzungsfrei mit der Öffnung nach unten lagern, weil: Hygiene und so.


Riesenvorteil, wenn man die Einweichung erst dann vornimmt, wenn die Hälfte der Flaschen schon leer ist: Man muss alle nochmal spülen, weil die ganze Klebeschmiere in die Pullen reinläuft. Aber man hat ja sonst nix zu tun, bis zur Abfüllung ist noch Zeit.


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: So, 04 Jun 2017, 20:25
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Schäumt ...



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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Di, 06 Jun 2017, 15:02
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Zwischenstand: 18 down, 2 to go. Es wird.

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rantanplan



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Mi, 07 Jun 2017, 15:39
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Walter White würde sich im Grab umdrehen... Twisted Evil
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Private Nachricht senden Rang:professional methusalem Amateur-Zocker Die miese Teflon-Dreckschleuder
jrose



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Verfasst am: Mi, 07 Jun 2017, 18:35
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Mr. Green Mr. Green

Hier schäumt es weiter lustig vor sich hin, wird allerdings dunkler und dichter. Ich warte auf die Schimmelflecken.



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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Do, 08 Jun 2017, 18:04
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"Füllen Sie erst nach vollständiger Beendigung des Gärvorgangs ab! Der Gärvorgang dauert je nach Temperatur und Rezeptur des Bieres 4-8 Tage."

Wenn ich jetzt noch Temperatur und Rezeptur wüsste ...

"Der Gärvorgang ist beendet: wenn sich kein flächendeckender Schaum mehr bildet, der Sud sich vom Rand des Gärbehälters her zu klären beginnt und kaum noch Gasblasen aus der Flüssigkeit aufsteigen. Das Bier kann in der Regel abgefüllt werden, wenn sich kleine Schauminselchen auf der Oberfläche des Sudes bilden, die ähnlich aussehen wie Schimmelflecken."

Schimmel kommt langsam hin, aber da es erst vier Tage sind und von Klärung noch keine Rede sein kann, warte ich noch was.


"Sie können das Ende der Nachgärung aber auch mit einer Bierwürze-Spindeln messen und somit zweifelsfrei bestimmen!"

Danke, aber ich kann Bier auch fertig kaufen. Wo bleibt da das Abenteuer?


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Sa, 10 Jun 2017, 22:05
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6. Hygiene (wieder einmal)


Weil: Schon ein bisschen Fett an der Pulle kann dafür sorgen, dass das Zeug bei der Flaschengärung nicht mehr richtig schäumt. Wissta Bescheid.

Morgen ggf. Abfüllung


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jrose



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Verfasst am: So, 11 Jun 2017, 21:03
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7. Abfüllen


Klärt sich vom Rand her. Check. Schimmelflecken. Check. Kaum noch Blasen. Keine Ahnung, man sieht nix, also wird abgefüllt.

Mit dem Schlauch inne Pulle:


Der shit_2 Hahn spuckt und blubbert ordentlich, aber irgendwie habe ich den Saft untergekriegt, im Eimer bleiben Heferückstände:


Nächste Station:

8. Flaschengärung

Um die einzuleiten, wird Zucker hinzugefügt, und zwar 6g pro Flasche, wenns mehr ist, könnte der Druck zu hoch werden und die Flaschen platzen, beiliegend ein Messlöffel, der seinen Zweck hoffentlich erfüllt, denn jetzt müssen die Pullen noch zwei Wochen bei Zimmertemperatur lagern, und ich hab keine Lust auf Biersiffe und Glasscherben auf dem Teppich.

Also: Abwarten.



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jrose



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Verfasst am: Fr, 16 Jun 2017, 22:43
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9. Druckausgleich

Anleitung zum Thema Flaschengärung in Bügelflaschen: "Sie können bei diesen Flaschen problemlos nach 3-4 Tagen dann durch Öffnen einer Flasche mal den Druck prüfen. Bei einem zu hohen Druck entlüften Sie einfach alle Flaschen vorsichtig."

Sehr gute Idee, aber was ist zu hoher Druck? Und "können" oder eher "müssen?"

Heute - nach fünf Tagen bei Zimmertemperatur in den Flaschen - habe ich mal eine zur Hand genommen (die ich wegen der allgegenwärtigen Warnung vor explodierenden Flaschen bei schon einer geringen Menge zuviel Zucker immer behandelt habe wie rohe Eier) und den üblichen Plöpp-Vorgang durchgeführt: Mit beiden Daumen gleichzeitig den Bügel weggedrückt.
Ergebnis: Ein mächtiger Knall (Plöpp wäre nicht zutreffend), gefolgt von einer ordentlichen Schaumfontäne, die ich durch schnelles Schließen des Bügels gerade noch bändigen konnte.
Sekundäres Ergebnis: Biergeruch im Zimmer, Flecken auf dem Teppich, Lache auf dem Tisch.

Ich nehme mal an, so etwas nennt man dann "zu hoher Druck", also habe ich alle Flaschen einmal kurz geöffnet und schnell wieder verschlossen.

Weiter in der Anleitung: "Führen Sie diese Prüfung dann nach 7-10 Tagen erneute (bei einer anderen Flasche) durch." Ok, wobei sich das mit der "anderen Flasche" erledigt haben dürfte, da ich ja schon alle einmal geöffnet habe.

Da machste was mit ...


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jrose



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Verfasst am: Do, 22 Jun 2017, 20:14
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10. Druckausgleich II

Die Flüssigkeit in den Flaschen ist mittlerweile klar geworden, auf dem Boden hat sich allerlei Krempel gesammelt, den man sich für den Genuss eines naturtrüben Bieres vorher wieder aufschütteln kann.
Der Plopp-Test mittlerweile 11 Tage nach Abfüllung hat die Erfahrung vom letzten Mal bestätigt: Krachendes Ploppen, sofortige Schaumbildung mit anschließender Fontäne, die ich - aus Erfahrung klug - sofort gebändigt habe.
Also wurden alles Flaschen noch einmal kurz gelüftet, werden jetzt bis Sonntag bei gefühlten 95° "Zimmertemperatur" warten und dann in den Keller wandern, laut Anleitung am besten für nochmal sechs Wochen (min. zwei). Und dann heißt es auch schon: Prost. Echt nix für Durstige, die ganze Prozedur big grin


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jrose



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Verfasst am: Do, 29 Jun 2017, 20:03
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11. Warten

Für die Wartezeit:
https://www.beerlabelizer.com

Soll ja auch fesch aussehen.


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: So, 23 Jul 2017, 12:08
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12. Tasting

Die Rezeptempfehlung war eine sechswöchige Reifezeit in der Flasche, damit der bestmögliche Geschmack entsteht, zwei waren als Minimum angegeben, nach vier Wochen habe ich es nicht mehr ausgehalten und eine Kanne aufgerissen, um mal zu probieren.


Fazit:
  • 1. Test bestanden, ich bin nicht blind geworden.
  • Auf dem Boden der Flasche hatte sich ordentlich Schmand abgesetzt, der sich auch bei leichtem Rotieren der Pulle nicht vollständig von seinem Platz bewegen wollte. Viel rabiater bin ich nicht zur Sache gegangen, weil ich immer noch den Satz "Druck kann zu hoch sein" im Kopf hatte, ich bin also mit der Flasche eher wie mit einem rohen Ei umgegangen.
  • Der Saft in der Pulle ist zunächst klar, nach der o.a. Prozedur dann schön naturtrüb, wie auf dem Bild zu sehen.
  • Ebenfalls auf dem Bild erkennbar: Der Schaum sieht eher aus wie Seifenschaum und ist nicht so dicht, wie man es von Bier gewöhnt ist.
    Ursache laut Anleitung ("Zu wenig Schaum", "Schaum ist nicht stabil" - eher letzteres trifft zu): "Die Nachgärung ist noch nicht vollständig abgeschlossen", "Das Bier ist zu kalt", "Es wurde zu wenig Bierwürze-Konzentrat verwendet." - diese Punkte kann ich eigentlich alle ausschließen. Dann "Im Glas oder in der Flasche sind noch Spülmittelreste oder Spuren von Fett vorhanden." - kann ich nicht vollständig ausschließen.
  • Zum Geschmack: Gut. Süffig, nicht besonders perlend, stört aber nicht, relativ leicht mit einem leicht hefigen, minimal zitronigem Beigeschmack. Kann man sich gut reinschütten.
  • Zum Beigeschmack gibt es ebenfalls eine Fehlerquelle ("Bier schmeckt sauer" - so würde ich das allerdings nicht formulieren): ""Unsauberes Arbeiten", "Falscher Standort des Gärbehälters", "Hefe-Sorte" - kann ich eigentlich ausschließen, "sauer" war es auch nicht wirklich.
  • Zum Alkoholgehalt kann ich nichts sagen, zum einen weiß ich nicht, wie viel drin ist (schätzungsweise +/- 5%?), zum anderen habe ich nur eine halbe Pulle getrunken, eine Wirkung war also nur minimal vorhanden.

Ich werde jetzt noch mal zwei-drei Wochen abwarten, dann hat der Saft angeblich seinen besten Geschmack, und dann nochmal einschenken. Wenn das ohne gesundheitliche Konsequenzen bleibt, habe ich noch Material für einen weiteren Eimer, dieses mal dann kein Edelbräu, sondern ein "Helles".


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jrose



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Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Sa, 02 Sep 2017, 11:52
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13. Tasting II

Drei Wochen später wurde noch einmal nachgelegt, das Aroma hatte sich deutlich verändert, schmeckt jetzt fast nur noch nach Zitrone (um nicht zu sagen: sauer), sehr hefig, ein Kommentar der Mittester lautete: "Schmeckt nicht nach Bier".

Auf dem Boden der Flaschen lagert ordentlich Krempel, der ungefragt aufsteigt und das Bier trübt, wenn man die Pulle aufreißt, Druck ist auch ordentlich drauf, wie man am Knall hört:



Die Flocken stöbern auf jeden Fall ganz ordentlich, das Gebräu ohne Durchmischen also einfach "klar" zu trinken, ist nicht möglich (es sei denn, man wartet ewig, bis sich das Zeug wieder abgesetzt hat, habe ich aber nicht probiert).


Tasting #3 noch einmal eine Woche später, dieses Mal habe ich mir direkt zwei Pullen gegönnt, wirklich schlecht schmeckt es ja nicht, nur seltsam.
Fazit: Alkohol ist definitiv drin.
Aber: Auch andere Dinge, nach dem Liter war mir nämlich auf jeden Fall nicht gut, sondern relativ übel, dazu schon einen guten Schädel (wie es sonst nach der fünffachen Menge am nächsten Morgen auftritt) - allerdings schon eine Stunde nach dem "Genuss".


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jrose



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Verfasst am: Sa, 02 Sep 2017, 11:54
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14. Entsorging

Der letzte Test ließ keinen anderen Schluss zu, die Reise ist hiermit beendet.



Die Bilder machen betroffen, aber Instant-Kopfschmerz-Bräu braucht halt niemand.


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