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Philippe Djian - Reibereien
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boris



Beiträge: 10136

Titel: Philippe Djian - Reibereien
Verfasst am: Fr, 21 Sep 2007, 08:02
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Philippe Djian - Reibereien

Seit knapp über zwei Jahren mal wieder ein Buch von Djian. Dieses ist als Taschenbuch neu erschienen, zwei weitere, die im Februar erscheinen, habe ich jetzt auch schon mal bestellt.

In "Reibereien" geht es um einen Mann und seine komplizierte Beziehung zu seiner Mutter (und so ziemlich allen anderen Frauen). Die Geschichte ist in fünf Erzählungen angelegt, die jeweils einen Lebensabschnitt beschreiben, vom Kind bis zum Erwachsenen. Dabei beschreibt er seine jeweiligen Lebensumstände wie die seiner Mutter, die sich (zunächst als saufende Partyschnecke (mit 42), später etwas ruhiger) durch diverse Verhältnisse mit mehr oder weniger komischen Typen schlägt, während die Hauptfigur sich als Model, Einbrecher und Teilhaber an einem Buchladen mehr oder weniger ebenso erfolglos durchs Leben windet.

Soweit so gut, aber irgendwie hat Djians Stil, auf den er so schwört, ein bißchen an Schwung und Biß eingebüßt, obwohl der Roman in Erzählungen natürlich gut ist. Ein wenig zuviel Andeutungen sind mir drin, so daß man manchmal raten muß und nur vermuten kann, was jetzt eigentlich gemeint ist, z.B. ob die Hauptperson tatsächlich Einbrecher ist - die beiden Hinweise darauf sind eigentlich eindeutig, trotzdem wird es nicht klar ausgesprochen. (Diese Hinweise sind bei Djian eigentlich Programm, hier fielen sie mir aber zum ersten Mal nicht nur positiv auf.)
Gerade im Hinblick auf diese Andeutungen und die übergangslosen Kapitel (die Zeitsprünge von meist zehn Jahren auslassen), muß die Aussage der Hauptperson, er könne es nicht verstehen, warum man einen Roman als Puzzle anlegen solle, als augenzwinkernd gelesen werden, denn streckenweise ist "Reibereien" genau das.

Also: kein schlechtes Buch, ein echter Djian, einfühlsam und gut geschrieben, aber nicht (mehr) so rasant wie andere Bücher von ihm.
Fans müssen das Buch natürlich lesen, alle anderen sollten zu nächst mit "Betty Blue", "Blau wie die Hölle" und "Matador" anfangen und sich dann langsam durch die anderen Werke arbeiten, bevor sie bei "Reibereien" ankommen.


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