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[TXT] Nadreck - Von einem der auszog, ein Eprom zu brennen..
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Der Archivar



Beiträge: 160

Titel: [TXT] Nadreck - Von einem der auszog, ein Eprom zu brennen..
Verfasst am: Di, 09 Okt 2007, 21:19
Beitrag
Antworten mit Zitat

Autor: Nadreck
Datum: 14.6.1990

Code:
Hallo,

Hier mal eine Geschichte wie sie das Leben geschrieben haben koennte.
Natuerlich ist sie nur meinem literarischen Schaffensdrang entsprungen,
Handlung wie Personen sind voellig frei erfunden und alle Aehnlichkeiten
mit einer wahren Begebenheit waeren rein zufaellig... Auch hat der Autor
die Form der Ich-Erzaehlung nur aus Gruenden der atmosphaerischen Dichte
gewaehlt - auf keinen Fall sollte man daraus falsche Schluesse zum
Realitaetsgrad der Story ziehen... Dann mal viel Spass!

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Von einem der auszog, ein Eprom zu brennen...   Teil I


Tatsaechlich handelte es sich um zwei Satz a` sechs Eproms, aber dies
ist eines der unbedeutenderen Details. Immer auf der Jagd nach der
letzten Versionsnummer hatte ich mir die Mai-Version des beruehmt-
beruechtigten TOS 1.7 aus meiner liebsten Box, der ewig besetzten G*,
gesaugt, und war nun auf der Suche nach einer Moeglichkeit die
unverzichtbare Software in meine Eproms zu brennen. Da es mir selber an
den notwendigen Geraetschaften mangelte, erkundiget ich mich bei meinem
Freund D*. Er (D*) wird in dieser Geschichte noch eine Hauptrolle
spielen, daher seien mir an dieser Stelle einige Worte zu seiner Person
erlaubt. Wer D* einmal kennengelernt hat wird ihn nicht so schnell
wieder vergessen. Eigentlich ist er nur ein harmloser Irrer,
Computerfreak, professioneller Chaot und mein Hardware-Experte #1.
Ansonsten... nun ja, er ist wohl einfach unbeschreiblich.

So rief ich ihn denn an, auf dass er mir helfen moege. D* empfahl mir
meine Eproms bei P* zu brennen, nein, bei B* dessen Freund, der zur Zeit
den Eprommer in seinem Besitz habe. Nun hatte B* einen Amiga und ich
einen ST, aber das musste sich doch loesen lassen...
Schnell war ich auf dem Weg zu A*, einer der wenigen vernuenftigen
Amiga-Freaks, der dazu noch mit einigem Wissen beschlagen ist. Gerne
kopierte er mir die sechs TOS-Files mittels dos2dos von meiner ST- auf
eine Amiga-Diskette. Der Tag waere ein voller Erfolg gewesen, wenn nicht
das ploetzliche Auftauchen von A*s Mutter bzw. ein reflexartiger Griff
nach Control-Amiga-Amiga dem Betrachten diverser Dia-Shows ein viel zu
fruehes Ende gesetzt haette...

Zwei Tage vergingen... Natuerlich kam ich gerade aus der Dusche, als D*
seinen taeglichen Anruf taetigte. So fragte er mich denn auch, ob ich
schon bei B* gewesen und die Eproms gebrannt haette, was natuerlich
nicht der Fall war, hatte ich eine Absprache mit B* zu diesem
Unterfangen doch erst fuer den heutigen Tag geplant. Freudigst
ueberbrachte mir D* die Hiobsbotschaft, dass B* heute zum Zelten an den
Bodensee gefahren sei, und vorhabe sich dort mit einer Luftmatratze zu
ersaeufen. Aber das sei alles nicht so schlimm, schliesslich wolle ich
ja nur 256kBit Eproms brennen, und das koennten wir auch bei ihm auf
einem C64. Nun gut, in der Not... D*s ST hatte leider kein Netzteil
mehr, aber dafuer hatte er einen Amiga 1000, und da ich das TOS auf
Amiga-Disk hatte, konnte man das ja per Nullmodem auf den C64
uebertragen und dort brennen. Die Theorie klang gut.

Natuerlich kam D* eine Stunde vor dem abgemachten Termin und so machten
wir uns auf gen seines Domizils. Dort fiel D* ein, dass sein
C64-Eprommer ja gar nicht im Haus war, und wir machten uns auf zu R* um
besagtes Teil zu holen. Natuerlich war R* nicht da, aber wir bekamen
trotzdem geoeffnet, und da D* wusste wo sein Eprommer in R*s Zimmer lag,
konnten wir das Teil mitnehmen.

Zurueck bei D* ... Da standen wir jetzt in seinem Zimmer. Leider
befand er sich zur Zeit gerade im Umzug von einem zum anderen Zimmer,
zumindest brachte er eine solche Entschuldigung vor. So standen wir denn
knie- bis huefthoch inmitten von Computern, Monitoren, Platinen,
unidentifizierbarem Elektronikschrott, Telefon(teil)en und Kabeln.
Irgendwo lag auch D*s C64 und eine alte 1541. Alles in Butter... leider
fehlte das Verbindungskabel zwischen den beiden wichtigen Teilen. Nach
mehrmaligem Wuehlen an den wahrscheinlichsten Orten in D*s Zimmer fand
er dieses allerwichtigste Teil nach einem unbegreiflichen Geistesblitz
im Keller. Eingestoepselt, Monitor angestoepselt, ok. D* suchte die
noetigen C64-Disketten und ich lies einen Satz Eproms unter der
kuenstlichen UV-Sonne braten, 10 Minuten, dabei leistete uns D*s
garantiert EMP-feste vollmechanische Stopuhr im klassichen Weckerformat
und mit defekter Minutenrueckstellung wahrlich unschaetzbare Dienste. D*
fand tatsaechlich die Eprommer-Software, und hocherfreut konnten wir
feststellen, dass die Eproms wirklich perfekt geloescht waren.
Nun mussten wir nur noch die Datenfiles dem C64 zugaenglich machen.
Leider hatte D* sein Spezial-C64-Nullmodem-Kabel gerade an seinen Freund
E* ausgeliehen, so dass dies ein steiniger Weg werden wuerde. Es war
wohl D*s beste Idee an diesem Nachmittag, als er mir vorschlug, einfach
noch mal alles auf dem C64 aus bewusster Mailbox zu saugen. Leider
standen dem zwei triftige Gruende im Weg: die Wahrscheinlichkeit
nachmittags an einem Feiertag in die G* zu kommen und der Rest meines
dortigen Download-Freiraums. Ok, also mussten wir das doch irgendwie vom
Amiga transferieren. Ach ja, dazu braeuchte man ja ein DFUe-Programm.
Auf dem C64 verfuegten wir ueber ProTerm, aber auf dem Amiga?

So zogen wir aus, P* zu finden. Natuerlich war P* nicht zu Hause, aber
auch hier war uns das Glueck hold. Seine Mutter oeffnete uns bedenkenlos
und mutterseelenallein konnten wir uns ueber P*s Amiga hermachen.
Schnell hatten wir eine DFUe- und eine Copy-Disk gefunden, und
anstandslos vollzog der "weisse Blitz" seine Dienste fuer uns. Es waere
auch nicht aufgefallen, wenn wir noch P*s Amiga mitgenommen haetten,
aber man will sich seine Freunde doch nicht vergraulen...

Voller Eifer kehrten wir zu D* zurueck, um prompt wieder von den wahren
Problemen eingeholt zu werden - so hatten wir immer noch kein
Uebertragungskabel vom C64 zum Amiga. Endlich konnte D* sein beinahe
unglaubliches Improvisationstalent unter Beweis stellen. Immerhin hatten
wir ein Kabel, dass dem C64 zu einer seriellen Schnittstelle, RxD, TxD,
GND, verhalf, wenn auch nur mit TTL-(Userport)-Pegel. Na, nichts
einfacher als das! In weiser Voraussicht hatte D* schon die seriellen
Treiber in seinem A1000 gesockelt, also konnte man doch einfach das
C64-Kabel da anschliessen, wo sonst das Paar 1488/89 seine von V.24 nach
TTL und umgekehrt gewandelten Signale weitergab. Direktanschluss ohne
die ohnehin ueberfluessigen Treiberbausteine, das erschien das ideale
Rezept zu sein. Amiga auf, Treiber raus, die Draehte am offenen
Kabelende mit ein paar von ausgeschlachteten Sockeln geerbten Pins
verziert, jetzt mussten wir nur noch die richtigen Kontakte finden.
Grosszuegig vertraute D* auf seinen A500/A2000 Schaltplan und fertig war
die Super-Nullmodemverbindung. Aufgeregt starteten wir JR Comm; das
bootete, piepste und verschwand. Nun ja, wohlweislich hatte wir eine
ganze Disk voller Amiga-Terminalprogramme kopiert. Und siehe da, Baud
Bandit schien zu laufen. Zuerst einmal plagte uns allerdings D*s
unsaeglicher 1081-Monitor mit vielen Streifen und einem auf- und
abhuepfenden Bild. Dieses Phaenomen erwies sich allerdings als lediglich
thermisch bedingt, und nach einer kurzen Aufwaermphase hatten wir ein
klares Bild. Schnell ein bisschen auf den Keyboards gehackt... nichts
kam. C64 Draehte rausgerissen, TxD auf RxD, ging perfekt. Wieder in den
Amiga reingesteckt, nichts. Natuerlich hatten wir Sende- und
Empfangsleitung gekreuzt, es musste einfach gehen. Dann kam ich auf die
Idee doch einmal einen Durchgangspruefer zu nehmen und nachzuschauen, ob
unser Schaltplan denn der tatsaechlichen Belegung entsprach. Schnell mit
D*s echt russischem Multimeter nachgemessen, aha! Da lag der Hase im
Pfeffer begraben. Nachdem wir die richtigen Verbindungen ausgemacht,
auch -probiert, hatten, spendierte uns das Schicksal unser erstes
Erfolgserlebnis. Mit Baud Bandit und ProTerm geruestet konnten wir uns
ueber die unglaubliche Distanz von 2m Nachrichten zutippen.

Also, dann stand einem Datemtransfer ja nichts mehr im Wege. Mehr als
1200 Baud schaffte der C64 zwar nicht, aber wir hatten ja auch nur
6x32kB zu uebertragen. Schnell XModem ausgewaehlt, meine Amiga-Disk ins
Laufwerk, los gings. Leider schienen sich die beiden Programme trotz
beidseitigem XModem-Protokoll nicht so recht verstehen zu wollen, was ob
der physikalisch einwandfreien, ueber die Tastatur jederzeit
nachpruefbaren, Verbindung nicht so ohne weiteres erklaerbar war. Darum
verzichteten wir auch darauf dieses unloesbare Raetsel anzugehen sondern
probierten es mit einem anderen Programm auf Amiga-Seite, denn ProTerm
hatte schon in Verbindung mit diversen Mailboxen seine Tauglichkeit
bewiesen. Ein zweiter Versuch mit JR Comm: bootete, piepste, verschwand.
Da es erwiesenermassen schon mal mit einer aehnlichen Drei-Draht-
Verbindung ohne Probleme mit einem Modem funktioniert hatte, konnten wir
das weder verstehen noch versuchen zu beheben. Blieb uns noch ein
drittes, Amiga Call. Nach fuenfminuetigem vergeblichen Klicken am oberen
Fensterrand gelang es uns endlich - eine Weile lang nur sehr zufaellig -
in die Menuewelt des Programms vorzudringen. Vielfaeltig waren die
Moeglichkeiten, die wir ausprobierten: XModem, -Chksum und -CRC, mit und
ohne Handshake, alles was auch nur einen Hauch von Sinn zu ergeben
schien. Doch der Erfolg blieb uns verwehrt. NAK, NAK, NAK,... bis zum
Abbruch. Schon etwas leicht verzweifelt, wir waren jetzt insgesamt schon
etwa fuenf Stunden lang beschaeftigt, versuchten wir probeweise ein File
vom C64 auf den Amiga zu uebertragen. Nichts. Schliesslich stellte ich
diese besonders durchsichtige Option CHOP AN. Ploetzlich funktionierte
der Transfer perfekt. So, jetzt nur noch in die richtige Richtung...
Denkste! Immerhin, einen Block konnten wir uebertragen, dann brach der
C64 gnadenlos ab. Alle Versuche scheiterten...

Wir hatten einige Rollen/Pakete an Doppel- und Butterkeksen verbraucht,
einige Kannen wiederaufgewaeremten und frischen Tee, langsam aber sicher
reichte es...


------------------------------------------------------------------------

Tja, wie wird es unseren beiden fiktiven Helden weiter ergehen? Werden
sie es schaffen, die kostbaren Daten vom Amiga auf den C64 zu
uebertragen? Und sie gar in Eproms zu brennen? Nur eine moegliche
Fortsetzung kann es verraten...


Nadreck, 14.06.1990

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