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[TXT] Magic Cee - Bilder aus Amerika
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Der Archivar



Beiträge: 160

Titel: [TXT] Magic Cee - Bilder aus Amerika
Verfasst am: Mo, 04 Apr 2011, 19:24
Beitrag
Antworten mit Zitat

Autor: Magic Cee
Dateidatum: 14.8.2004

Code:
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                             Bilder aus Amerika

                         Teil 1:  Ueber den Wolken

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Die Personen:

-Magic Ceee, ein geisteskranker Zwerg mit kurzen Haaren
-Sascha, die Krankenschwester (haehae) von Magic Ceee
-Juergen, ein alter Saufkumpan von Magic Ceee
-Tausende Komparsen, deren Namen ich aus Ruecksicht auf euch weglasse

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Ich sitze im Flugzeug Frankfurt - New York und  habe  seltsamerweise  nicht nur
Schweiss an den Fuessen, sondern auch an  den Haenden. Auch  meine sprichwoert-
liche Ruhe ist weg; wahrscheinlich habe ich sie mit in  den Koffer gepackt, ich
werde das nach der Landung ueberpruefen. Wenn  wir ueberhaupt  landen! Seit wir
an Bord sind, dringen fremde Laute an  mein Ohr. Nein, Sascha  schnarcht nicht,
es muessen die Triebwerke sein. Irgendwie hoeren sie sich kaputt an.Ueberhaupt,
das ganze Flugzeug sieht recht merkwuerdig aus. Es ist  ungefaehr 15 Meter lang
und genauso breit. Das Cockpit ist auch nirgendwo zu entdecken. Ich Idiot - wir
sind ja noch immer in der Wartehalle.
Einige Sitznachbarn werden durch mein ploetzliches  Auflachen ueber  diese Ein-
sicht im Gebet gestoert; ich merke dies an ihren vorwurfsvollen Blicken. Na,was
soll\'s, ich habe andere  Sorgen. Unten auf dem  Rollfeld entdecke  ich naemlich
kofferbeladene Transportfahrzeuge. Ich suche, kann  meinen Koffer  jedoch nicht
entdecken. Hoffentlich ist er  ueberhaupt dabei! Wahrscheinlich haben  die Mae-
dels  an der Abfertigung die falschen  Schilder angeklebt. Vor meinem geistigen
Auge erscheint eine alte JU-52 auf dem Weg in ein Negerdorf im tiefsten afrika-
nischen Busch. Gerade, als sie den  Dorfplatz ueberquert, oeffnen sich an ihrer
Unterseite zwei Klappen, und heraus  kommen einige, an Fallschirmen  befestigte
Nahrungsmittelpakete. Nur ein Paket, es ist schwarz, hat keinen Fallschirm.Mein
Gott - es ist mein Koffer. Mit zunehmender Geschwindigkeit folgt  er dem Gesetz
der Schwerkraft und toetet beim Aufprall unter anderem auch  den Stammeshaeupt-
ling, der gerade dabei war, die bereits  angekommenen Dosen Ravioli zu oeffnen.
Grosses Geschrei erhebt sich unter den  uebrigen Kriegern, die  nach Ablauf der
Trauerfrist nach Koeln kommen, um mich  zu schlachten. Sie sind unfehlbar, denn
schliesslich befand sich  ja ein Adressanhaenger  an meinem Koffer. Meinen Kopf
nehmen sie mit in ihr Dorf, damit ihre  Kinder damit  Fussball spielen koennen.
Ueber kurz oder lang werde ich das  Opfer wilder Pygmaeen - und das alles, weil
das Flughafenpersonal geschludert hat.
Da ich bis dahin jedoch noch etwas Zeit habe, nutze ich diese, um mich zu erhe-
ben und, dem Herdentrieb folgend, mich zu einer - zuvor geschlossenen - Tuer zu
begeben. Dahinter befindet sich ein langer, schlauchaehnlicher  Gang,der an ei
ner anderen  Tuer endet. Beim  Durchqueren stelle  ich mir vor, ich  waere eine
Spermie auf dem Weg zum Eierstock; der Gang sieht  naemlich wie ein Phallus von
Innen aus. Am Eierstock werde ich von einigen  blaugekleideten Damen begruesst,
wahrscheinlich die Putzkolone. Ich versuche, sie  zu kuessen, aber  sie weichen
geschickt aus, ja - sie werden sogar groesser als ich.Oder unterliege ich einer
optischen Taeuschung, die sich dadurch erklaert, dass  ich mich  aufgrund eines
Trittes von Sacha in meine Zaubernuesse am Boden kruemme? Das wird es sein, ich
spuere es genau. Verdammte Weiber. Roechelnd krieche ich  durch den  engen Gang
des Flugzeugs und lasse mich auf einem  lederbezogenen Sitz nieder, um zu erle-
ben, wie der Schmerz nachlaesst. Welch\' ein Reichtum - es sind  alle Sitze hier
mit Leder bezogen. Es ist zwar, wie  ich feststelle, kein  Schneckenleder, aber
ich bin zufrieden. Wie dann wohl erst die Erste Klasse aussieht!
Juergen, dem ich diese Frage stelle, meint nur, dass dies hier die Erste Klasse
sei und geht weiter nach hinten. Ich  raffe mich auf und  meine Sachen zusammen
und folge ihm. Mein Blick schweift ueber schier  endlose Reihen von Sitzen, je-
doch sind diese mit gemeinem Stoff ueberzogen. Verwundert  gehe  ich weiter und
lasse mich auf einem Etwas nieder, das verdammte  Aehnlichkeit mit  einem Lokus
hat. Ich sage es hier ganz offen: er war es, ich  merkte  es am eindeutigen Ge-
ruch. Schon wieder ein Irrtum meinerseits. Ich verlasse diesen  Ort der inneren
Unruhe und gehe poebelnd auf einen Herrn in blauer Uniform zu, um ihm mitzutei-
len, dass ich es als ungehoerig empfinde, die Tuer vom Klo  offen zu lassen. Er
schaut mich an und sagt mir, ich solle mich nicht aufregen; er habe  auch einen
Fehler gemacht. Er sei naemlich nach dem Einsteigen links abgebogen, geradewegs
ins Cockpit und habe dem Navigator auf die Karten gepinkelt.
Ich wende mich ab und meinem richtigen Sitzplatz zu, wobei  ich  mir ueberlege,
dass ich jenen Herrn in mein Gebet einschliessen werde  mit der Bitte, ihm doch
etwas mehr Klugheit angedeihen zu lassen. Kaum sitze ich, stelle ich auch schon
wieder Schweissbildung an saemtlichen Koerperfortsaetzen fest. Ich versuche,dem
ganzen  etwas Schoenes  abzugewinnen, schliesse die Augen  und geniesse das Ge-
fuehl, in 11 Kilometer Hoehe durch Raum und Zeit zu eilen. Ich oeffne die Augen
wieder und sehe aus  dem Fenster. Die Aussicht  ueberwaeltigt mich. Alles sieht
so klein aus, so unscheinbar, so zerbrechlich. Die Autos, Haeuser und Menschen,
sie alle haben die Groesse von Ameisen. Es sind  tatsaechlich Ameisen, wir sind
naemlich noch am Boden.
Wenn ich nur wuesste, warum der Start sich so  lange hinauszoegert. Wenn ich es
wuesste? Ich weiss es. Kidnapper sind an Bord,wahrscheinlich fanatische Iraner,
die den Piloten  zwingen, in der  Wueste Schmand-El-Sabi zu  landen, damit ihre
Truppen uns vollgefressene Kapitalisten foltern koennen,um die Welt zu zwingen,
saemtliche Jungfrauen des Westens dem  Scheich von Ab-Den-Sack zu ueberbringen.
Ich sehe es kommen - ich werde  5 Wochen  im Flugzeug  verbringen, gefangen auf
einer Landebahn im Sueden. Die Sonne  wird unsere  Hirne austrocknen, der Wahn-
sinn greift  um sich, weil einige  vom Kegelklub, der  ein paar  Reihen vor mir
sitzt und singt, die restlichen Passagiere fuer Haehnchen halten  und sie essen
wollen. Der Dicke mit dem  Specknacken wird als  erster  dran  glauben muessen,
ich weiss es.
Seltsamerweise setzt sich das Flugzeug nun in Bewegung, jedoch rueckwaerts. Nun
ja, was solls. Wahrscheinlich ist der Pilot ein verkannter Kuenstler, der jetzt
die Chance sieht, auf sich aufmerksam zu machen. Er wird  rueckwaerts ins Flug-
hafenrestaurant  donnern, aussteigen - und den  eingetroffenen Reportern  klar-
machen, dass sein soeben geschaffenes Kunstwerk den Namen \'Das Ende  des Abend-
mahls\' traegt. Kennt man ja. Diese Beus-Anhaenger haben doch alle \'ne Macke. Er
wird dann sicherlich  noch einige Truemmer  vollscheissen und reichen  Texanern
als  Wandschmuck fuer DM 300.000.- inkl. Mehrwertsteuer  verkaufen. Man wird ja
sehen.
Im Moment sehe ich jedoch nur, dass es sich der Hippie im Cockpit wohl doch an-
ders ueberlegt hat, denn jetzt rollen wir vorwaerts. Zwar nicht ins Restaurant,
aber immerhin auf eine lange Strasse, auf der komischerweise  kein Verkehr aus-
zumachen ist. Ist ja auch klar - fuer den Zeit des Starts ist die Autobahn, auf
der wir uns befinden, gesperrt; gaeb\' ja sonst totales Chaos. Mir  soll\'s recht
sein, wenn wir nur endlich oben waeren.
Ein Gefuehl der Beklemmung beschleicht mich, muss ich doch direkt an  ein Axiom
denken, an Murphy\'s Law: was hochgeht, kommt auch irgendwann wieder runter. Wir
sicher auch, aber im Sturzflug. Wenn schon keine Entfuehrung,dann aber doch ein
Absturz. Der leitende Bildschirmgucker in der  Flugsicherung hat  naemlich nach
dem Ehestreit die ganze Nacht durchgesoffen und schlaeft waehrend  unseres Flu-
ges am Radarschirm ein. So  wird es  kommen, man  liest\'s ja  immer wieder. Die
mitleidigen Blicke der Umsitzenden stoeren mich nicht, als  ich Sauerstoffmaske
und Schwimmweste anlege. Erst als Sascha sagt, dass sie den ganzen Flug auf dem
Klo verbringen wird, lasse ich mich umstimmen, wenigstens die Maske abzunehmen.
Sie wird schon sehen, was sie davon hat. Wenn wir erst einmal hilflos  im Ozean
treiben, wird sie mir die Schwimmweste klauen, ich kenne sie. Den  Rettungsman-
schaften wird sie erzaehlen, ich sei  von einem Pulk  Killerplanktron gefressen
worden bei dem Versuch, das geladene Gold der Titanik zu bergen.
Ich verjage die trueben Gedanken und wundere mich darueber, dass so ein  Koloss
aus Stahl ueberhaupt fliegt. Welcher Daemon ist hier am Werk? Ich  krieche  er-
fuerchtig ins Cockpit und begebe mich zum Piloten, um den Saum  seines Gewandes
zu beruehren, muss mich dann jedoch abwenden, um meiner Gefuehlsaufwallung Herr
zu werden. Er hingegen faselt was von Luftstroemungen  an den Tragflaechen. Ich
versuche eine Interpretation der Kirchhoff\'schen Gesetze, muss jedoch einsehen,
dass mir der  Stoff ausgeht  und es wohl mit  Luftfahrt nicht  viel zu tun hat.
Kaum sitze ich wieder, werde ich per optischem Signal aufgefordert, mich  anzu-
schnallen. So\'n Bloedsinn, wir kommen doch  eh in keine  Polizeikontrolle. Aber
bitte. Was tut man nicht alles, damit  die Stewardess endlich zu  schreien auf-
hoert.
Ein leichtes Vibrieren zeigt es mir an - der Start steht unmittelbar bevor. Die
Vibrationen werden immer heftiger und ich stelle fest, dass ich es bin,der hier
so wackelt. Ich zittere naemlich. Gewoehnlich bete ich nicht,aber diesmal kommt
es mir wie selbstverstaendlich von den Lippen. Bitte, oh Herr, lass die  Iraner
den Bus verpasst haben und das Flugzeug halten. Obwohl der Herr zu alledem kaum
was sagt, scheint er mich gehoert zu haben, denn das Flugzeug bewegt sich jetzt
zum was-weiss-ich-wievielten Male. Es wird  immer schneller  und schneller, die
Landschaft saust am Fenster vorbei. Wir muessten  eigentlich  bald das Ende der
Startbahn erreicht haben. Wir werden explodieren, in einem  gigantischen Knall,
begleitet von Feuer und Rauch. Und bloss, weil der Pilot die Kupplung  zu lange
schleifen laesst und nicht rechtzeitig in den vierten Gang geschaltet hat. Oder
die Coladose des Funkers ist unter das Kupplungspedal gerollt  und blockiert es
nun.
Ich schliesse die Augen und warte  auf den Knall. Es  knallt auch, aber  es ist
nur Juergen, der vor lauter Aufregung  gefurzt hat. Und  dann - mit einem Mal -
fuehle ich mich leicht, die Sorgen  und Nichtigkeiten  des Alltags  bleiben als
blasse Schatten am Boden zurueck, ich fuehle mich dem Herrn nah - ja,es ist so-
weit: ich bin ohnmaechtig. Sascha\'s Versuche, mich wieder zu beleben, haben Er-
folg, sie hat da so ihre Tricks. Da waere z.B. (...) (Zensiert,Anm.d.Red.)  und
(...), mein Gott!
Irgendwie fuehle ich mich unwohl, der Druck auf den Ohren  ist auch recht unan-
genehm. Mir ist uebel; wahrscheinlich liegt  das an  dem Heimatfilm, der  vorne
auf der Leinwand gezeigt wird. Ich wende mich ab und  sehe nach  links, wo  ein
dicker, schwitzender Geschaeftsmann eine Scheibe Speck frisst. Ich beschliesse,
mich noch einmal zu wenden und auf die Iraner zu warten.
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Werden sie kommen? Oder stuerzt das Flugzeug  tatsaechlich ab? Wird  Magic Ceee
jemals die Skyline von New  York sehen? Oder nur  den lieben Gott? Was  geschah
wirklich am New Yorker Flughafen? Und was  hat ein  Hotelmanager von  der West-
kueste mit Magic Ceee zu tun, der in der Tiefgarage des Hotels Skateboard fuhr?
Waren die qualmenden Bremsen im Yosemite Nationalpark ein Sabotageakt der blut-
ruenstigen Pygmaeen? Und warum heisst es \"Tal des Todes\", obwohl Magic Ceee die
Behausung dieses Herrn dort nirgends finden konnte?

Alle diese Fragen - und noch viele weitere - werden im Teil 2 beantwortet, wenn
es wieder heisst: Zieht Magic sich die Socken aus, leert sich schnell das ganze
Haus!

In diesem, unserem Sinne: Allah Partschalama Es Sabi!

C by Magic Ceee


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                             Bilder aus Amerika

                         Teil 2: Do u speak English?

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Die Personen:

-Magic Ceee, ein geisteskranker Zwerg mit kurzen Haaren
-Sascha, die Krankenschwester (haehae) von Magic Ceee
-Juergen, ein alter Saufkumpan von Magic Ceee

sowie

-Al Flanigan, ein Beamter der US-Einwanderungsbehoerde
-Tausende Komparsen, deren Namen ich aus Ruecksicht auf euch weglasse

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8 Stunden in einem von  Katastrophen bedrohten  Flugzeug - sowas haelt  nur ein
Mann meines Intellektes aus, ohne bleibende Schaeden davonzutragen. Weiter vorn
im Flugzeug macht sich ploetzlich Unruhe breit. Sicher haben sich die  Pygmaeen
bei dem Versuch, mich mit Voodoonadeln zu toeten, in der Platznummer geirrt,und
nun musste ein frisch gebackener Ehemann, der sich gerade  auf dem Weg nach Las
Vegas befand, um dort zu flittern, dran glauben. Statt im klimatisierten Kasino
zu zocken baumelt sein Kopf - durch entsprechende Praeperate zum schrumpfen ge-
bracht - nun am Penis des Obernegers.
Mir ist\'s recht, auch, dass ich mich wieder  einmal geirrt habe. Sascha  meint,
irren sei maennlich, aber das ist mir eh egal. Ich  wanke aus  dem Sitz, um der
Ursache der Hektik auf den Grund zu gehen. Das heisst, ich  waere  aus dem Sitz
gewankt, wenn der Sitz mich aus ihm haette wanken lassen. Denn dummerweise wur-
de ich das Opfer meiner eigenen Vorsicht, denn die Reissleine zum automatischen
Aufpumpen der Rettungsweste blieb am  Aschenbecher haengen. Mit einem  ohrenbe-
taeubenden Knall wuchs ihr Volumen auf das Vierfache, was einerseits  Erstaunen
bei mir, andererseits  jedoch Flueche der Passagiere  in der Reihe  vor mir zur
Folge hatte. Denn durch den ploetzlichen Platzmangel hatte die Weste  die Sitz-
reihe vor mir nach vorne gedrueckt und die in den  Sitzen vorhandenen  niederen
Kreaturen, die mich jetzt auf Englisch anfluchen, eingeklemmt.
Einem jungen drahtigen Mann, wahrscheinlich ein Juppi, gelingt es, sich aus der
Umklammerung der Sitze zu befreien, er scheitert jedoch bei dem Versuch, mir an
die Gurgel zu springen. Der Penner kann von Glueck sagen,dass ich mein Taschen-
messer auf dem letzten Weihnachtsmarkt verloren habe, sonst wuerde ich  ihm die
Kehle aufschlitzen. Ungeachtet der leeren Coladosen,die mein Haupt umschwirren,
laufe ich den Gang entlang und rufe nach dem Piloten. Natuerlich.Wenn man wirk-
lich mal jemanden braucht, ist keiner da.
Ich renne weiter durch\'s Flugzeug und hoere meine Schreie in den endlosen  Wei-
ten des Himmels verhallen. Und auf einmal erfahre ich den wahren  Grund der ur-
ploetzlich aufgetretenen Hektik: es  gibt Abendessen. Zufrieden mit  mir  kehre
ich um, zurueck in den mir feindlich gesinnten Touristenabschnitt  des zum  Ab-
sturz  verdammten Fliegers. Schon mein blosser Anblick bringt das  niedere Pack
zur Weissglut. Sollen sie doch, ich habe andere Sorgen. Zum  Beispiel muss  ich
aufpassen, dass man mir keinen Krummsaebel ins Kreuz sticht und dass mich keine
der noch immer fliegenden Dosen erwischt. Eine  tat es doch, ich konnte  jedoch
aus den Augenwinkeln den Schuetzen ausmachen und revanchierte mich bei  ihm mit
Volltreffer unter seinem linken Auge. Als Wurfgeschoss musste  mir ein  Walkman
dienen, den ich zuvor einem gutglaeubigen Japaner  abgeschwatzt hatte, mit  der
Bemerkung, ich wolle ihn mir nur einmal ansehen. Leider bemerkt er,dass es eine
Luege war und tritt mich in den Nacken.
Leicht benommen erreiche ich meinen Sitz, wobei das hinsetzen ob der gefuellten
Schwimmweste einige Probleme bereitet. Wenn ich nur wuesste,wo die Iraner blei-
ben. Aber ich weiss es ja. Sie befinden sich noch immer im Cockpit, jedoch wur-
den sie vom Navigator ueberwaeltigt und nun von ihm der spitzen Kompassnadel in
Schach gehalten. Sollen sie doch.Wenn sie nur nicht die Handgranate schmeissen,
die ihr Anfuehrer  in seiner  Hose versteckt hat. Ich  finde leider  keine Zeit
mehr, mir auszurechnen, wie lange ich wohl bis zum Aufprall auf den Wellen  des
Ozeans brauche, denn just in diesem Moment kommen zwei Bedienstete der  Putzko-
lone mit ihrem Wagen und fordern mich auf, den Klapptisch  aus dem Sitz vor mir
zu aktivieren.
Ich tue, was man von mir verlangt,habe jedoch wohl den falschen Knopf erwischt,
wie mir abermaliges Fluchen  aus der  Sitzreihe vor mir  anzeigt. Zu  dumm. Der
Sitz vor mir steht naemlich fast horizontal,er hat sich jedoch einen schlechten
Moment dafuer ausgesucht, denn sein Insasse wollte gerade seinen heissen Kaffee
schluerfen. Es ist faszinierend, wenn man einmal sieht, wie  blosse Haut  unter
Waermeeinwirkung  einfach verdampfen kann. Ich werde jedoch nichts  essen, denn
mir faellt gerade ein, dass die Pygmaeen das Essen mit Curaregift versehen  ha-
ben koennten.Ein Nervengift, der Arzt wuerde mir im Totenschein Altersschwaeche
bescheinigen. Gelangweilt lehne ich mich zurueck und untersuche  die fressenden
Untermenschen um mich herum vom Standpunkt des Psychologen aus.Interessant fin-
de ich Tatsache, dass einige von ihnen essen, schlucken und dann zu einer Tuete
greifen, um das Vorgekostete fuer spaeteren Gebrauch aufzubewaren.Aber man kann
mit seiner Gier auch uebertreiben,denn es kommt jemand und bittet mich um meine
Tuete. Ich sage ihm, ich haette sie bereits dem Piloten gegeben, worauf  er be-
schliesst, diesen aufzusuchen. Ein Totgeweihter. Er kann ja nicht  wissen, dass
die Iraner im Cockpit wieder die Oberhand haben und nun mit den Folterungen be-
ginnen werden. Er wird der erste sein, schade um ihn.
Der Rest des Fluges verlief relativ ruhig, sieht  man einmal  davon ab, dass es
mehrfach zu  Handgreiflichkeiten kam, wenn ich  die Toilette  verliess und  die
Tuer nicht geschlossen hatte. Mein Gott,ich war dann eben wie im Trance bei dem
Gefuehl,in 11.000 Meter zu kacken.Was die wohl mit dem Kram machen? Wahrschein-
lich gibt es eine direkte Verbindung zur Bordkueche. Heutzutage wird  ja ueber-
all gespart. Oder ein Rohr nach draussen? Vielleicht rieseln in  diesem  Moment
meine Exkremente durch die Wolken auf ein kleines Segelboot zu. Nachdem der Ka-
pitaen erschlagen und das Boot mehrere Lecks hat, sinkt es, wobei  die Ueberle-
benden keine Rache nehmen koennen, denn diesesmal war kein  Adressanhaenger da-
bei.
Die  Pygmaeen haben sich auch nicht blicken lassen. Sie warten  in New York  am
Flughafen, als Handgepaeck getarnt, ich weiss es.Seltsamerweise durchschaue ich
nach unserer Ankunft dort ihre Tarnung nicht, und auch sie  scheinen mich nicht
zu erkennen, denn auch ich habe mich getarnt - als Kuehltasche. Im Schutz dunk-
ler Gaenge schleiche ich dicht an der Wand entlang zur Visumskontrolle. Der ar-
beitende Beamte, der mich mit duesterem Gesicht  empfaengt, wirkt nicht  gerade
vertrauenserweckend. Ob  sie  gemerkt haben, dass  ich doch  ein Anhaenger  der
\'Kinder des Mondes\' bin, die jedesmal bei Vollmond eine jungfraeuliche Schnecke
schaenden? Oder wissen sie, dass ich den Stammeshaeuptling der  Mambos auf  dem
Gewissen habe, der diese Woche zu Gespraechen erwartet wurde, bei  denen es  um
den Kauf von  einigen atomgetriebenen  Flugzeugtraegern gehen  sollte, die  dem
Stamm die Nahrungssuche in den endlosen Savannen erleichtern sollten? Mir sinkt
der Mut. Los, fuehrt mich ab, ich gestehe alles.
Gerade, als ich zu reden anfangen  will, fragt mich der  finstere Kerl, wo  ich
denn waehrend der Zeit meines Aufenthaltes wohnen werde. Jetzt heisst es,keinen
Fehler machen, denn wenn er merkt, dass ich unsicher bin, wird er mich in einen
dunklen Raum bringen, wo mir Mitarbeiter  saemtlicher Geheimdienste  eine 1000-
Watt-Lampe ins Gesicht halten werden, bis ich zugebe, Marylin Monroe erdrosselt
und dann vergewaltigt zu haben. Mit der sicheren Stimme eines Luegners sage ich
ihm, dass ich mir das Hilton  ausgesucht haette. Wenn  meine  Nase beim  Luegen
wachsen wuerde - mein Gegenueber waere  laengst aufgespiesst. Aber  anscheinend
kennt er die Anzeichen des Luegenvorgangs  nicht sehr gut, denn er  macht einen
Eintrag in einem riesigen Ordner. Wie lange ich bleiben werde, wie ich  heisse,
wie alt ich bin und vieles mehr will er dann wissen. Ich antworte ihm mehr oder
weniger genau und warte darauf, dass er ein Lineal hervorholt, um  meinen Penis
auszumessen.
Aber anscheinend hat er Angst, Komplexe zu bekommen, denn er laesst es. Er ver-
abschiedet sich  von mir, wobei es  ihm gelingt, gleichzeitig  zu laecheln  und
die Augenbrauen hochzuziehen. Er war mir von Anfang  an sympathisch, der  liebe
Al Flanigan. Ich werde ihm eine Karte schicken. Oder besser doch nicht. Denn er
koennte dann merken, dass ich doch nicht im Hilton wohne.
Mein Gott,dass Formalitaeten immer so lange dauern muessen. Es bleibt kaum noch
Zeit, denn unser Anschlussflug nach San Francisco ist bereits in 20 Minuten.Ich
verstaue meinen Reisepass - aber wo sind die Tickets? Ich durchwuehle alles, wo
es sich lohnt, zu wuehlen - aber ich kann sie nicht finden. Ich habe sie sicher
auf Al\'s Theke liegenlassen. Ich kehre dorthin zurueck, aber Al ist  nicht mehr
da. Dieses Schwein. Mir wird naemlich klar, dass er nur  einer der  Iraner war,
die sich nun an mir raechen wollen, weil das Flugzeug doch planmaessig gelandet
ist. Oder er hat sie tatsaechlich geklaut und befindet sich nun bereits an Bord
meiner naechsten Maschine, auf dem Weg zur sonnigen  Westkueste und lacht  sich
halb tot.
Mir sinkt zum wiederholten Male der Mut.Ich werde mein Leben als Tellerwaescher
in einer Spelunke der New Yorker Docks fristen muessen. Mein gesamter Verdienst
geht in die Taschen des oertlichen Mafiabosses, bei dem ich  hohe Spielschulden
habe. Ich beginne, Handtaschen zu rauben und  Kokain zu schnupfen. Und  irgend-
wann  werden  spielende Kinder meine  halb vermoderte Leiche  in einer  Seiten-
strasse 42nd Street finden, mit 7 Einschussloechern im Kopf.
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Wird es Magic Ceee gelingen, den Mafiaboss  zu toeten und  die Macht der Unter-
welt an sich zu reissen? Was geschah mit  Al Flanigan? Hat er  tatsaechlich den
Flug genommen? Oder hat er Magic Ceee\'s  Tickets verkauft, um  die Entziehungs-
kur seines Hundes  zu finanzieren? Was  ist denn  nun mit dem  Hotelmanager, in
dessen Tiefgarage Magic Ceee Skateboard fuhr? Ist es wahr, dass  sich Mick, ein
freundlicher Tankwart aus Flagstaff, Arizona, nach  einer Geschlechtsumwandlung
selber heiratete?

Alle diesen Fragen - oder auch nur  ein paar - werden  in Teil 3 ausdiskutiert.
Bis dahin...

\'Faellt die Lampe von der Decke,
 vibriert das Haus in jeder Ecke,
 verliert das Fundament die Ruh -
 dann bumst Magic Ceee im Stall die Kuh.\'

C by Magic Ceee



                             Bilder aus Amerika

                   Teil 3: Die Wahrheit ueber San Francisco


Die Personen:

-Magic Ceee, ein geisteskranker Zwerg mit kurzen Haaren
-Sascha, die Krankenschwester (haehae) von Magic Ceee
-Juergen, ein alter Saufkumpan von Magic Ceee

sowie

-Tausende Komparsen, deren Namen ich aus Ruecksicht auf euch weglasse

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Nur keine Panik. Ich schliesse die Augen - und  allmaehlich kehrt sie zurueck,
meine Ruhe, ueber die nur ein  Mann meiner Lebenserfahrung verfuegen kann. Ich
besehe mir die Fakten, nuechtern, sachlich, kontrolliert. In meiner  Lage gibt
es nur einen Ausweg: ich schmeisse mich zu Boden und weine. Sascha zieht  mich
an den Haaren ueber den Boden, wobei ich bemerken muss, dass ich mich wundere,
wie sie das geschafft hat, denn - einen Hippie kann man mich sicher nicht nen-
nen.Zusaetzlich weicht sie geschickt meinen austretenden Fuessen aus,und Juer-
gen  uebertoent die Rufe  nach  meiner Mammi durch  lautstarkes Singen  alter,
laengst vergessener keltischer Druidenlieder.
Man schleift mich zum Schalter der United Airlines und zwingt mich, zu berich-
ten, welche Peinlichkeit mir widerfahren ist. Mit  hochrotem Kopf erklaere ich
dem Maedel an der Theke,dass mich eine Gruppe Schlaegernonnen meiner Flugkarte
nach San Francisco beraubt hat.Ausserdem seien auch meine Rueckflugtickets da-
bei  gewesen. Waehrenddessen benetze  ich unablaessig  ihre Bluse mit  heissen
Traenen, was sie jedoch nicht beeindruckt. Wahrscheinlich ist sie frigide, das
wird\'s sein. Liest man ja immer wieder.Enttaeuschte Hausfrau bemerkt nach Jah-
ren der sexuellen Einsamkeit die Verkuemmerung ihrer Klitoris. Aber was kuem-
mert mich, ob sie nicht mehr kommen kann.
Im Moment muss ich naemlich Fausthieben von Juergen ausweichen, der gerade ge-
sehen hat, wie sich unser Flugzeug gen Himmel bewegt. Auch das noch. Ich  ver-
lasse meine beiden Begleiter und bitte einen  zufaellig anwesenden Araber, mir
den Kopf abzuschlagen. Er weigert sich beharrlich,auch,als ich ihm versichere,
das Mohamed in Wirklichkeit  mein Bruder war. Zerknirscht kehre ich zur  Theke
zurueck, wo Sascha inzwischen  zwei neue Tickets  gekauft hat, zu einem wahren
Wucherpreis, wie ich hier einmal feststellen moechte. Aber egal.Das Maedel hat
uns auch noch auf einen spaeteren Flug umgebucht und mir eine Telefonnummer
gegegeben, bei der ich erfahren kann, ob man meine Tickets gefunden hat. Freu-
destrahlend suche ich eine Telefonzelle auf und rufe die Nummer an. Es meldet
sich das Maedel an der Theke. Mehr weiss ich leider nicht,da ich dann aus Ver-
sehen auf die Gabel des Apparates gekommen bin.
Nun ja. Dann eben noch zwei Stunden auf den neuen Anschlussflug warten.Wir be-
geben uns in ein nahes Restaurant,bepackt wie Berber auf dem Weg zur Schlacht.
Beim Eintritt in oben genannte Lokalitaet reisse ich versehentlich einige vol-
le Tische um sowie mehrere Personen mit, was mich aber nach den Erlebnissen im
Flugzeug nicht mehr beruehren kann. Darauf, dass wir diese dumme Geschichte so
galant hinter uns gebracht haben, verlange ich vom Ober,uns das beste zu brin-
gen, was Keller und Kueche hergeben. Er kehrt dann auch nach geraumer Zeit zu-
rueck, bepackt mit Hamburgern, Fritten und Cola. Achja, ich vergass - wir sind
ja in Amerika, genauer: in New York.
New York - Weltmetropole am Hudson River. Wie  sich alles  geaendert hat! Noch
vor wenigen Jahrhunderten war der Osten hier gaenzlich unerschlossen.Doch dann
kamen sie, die Pioniere, die Pilgrims, die Abenteurer. Unter ihnen befand sich
auch Samuel O\'Flatherceee, einer meiner  zahlreichen Vorfahren. Und da  ihr ja
sicher die Wahrheit ueber jenes von ihm geschaffene Denkmal, was heute unter
dem Namen \'Freiheitsstatue\' bekannt ist, wissen wollt,schweifen wir nun wieder
mal ab, durchqueren Zeit und Raum und befinden uns ploetzlich an Bord der Li-
nien galeere Koeln-Cuba. Und waehrend ich meine alten Chroniken aus der Bibli-
othek hole, koennt ihr Zeugen einer beginnenden Meuterei werden..deren Anstif-
ter natuerlich - wenn auch ungewollt - mein schottischer Vorfahr war.


1. Sklaventreiber: \"Rudert schneller, ihr Arschloecher! Heute muessen wir 7000
                    Seemeilen schaffen, sonst gibt\'s kein Essen!\"

Ein Ruderer:       \"Wir tun alles, was wir koennen, aber es geht leider  nicht
                    schneller. Gebt uns Ruder, dann wollen wir alles geben.\"

1. Sklaventreiber: \"Halt\'s Maul, Du Affe, sonst kommst Du ins Kabelgatt zu den
                    Ratten.Also gut -heute entfaellt dann fuer euch das Essen.
                    Wer nicht rudert, der soll auch nichts zum Fressen haben.\"

O\'Flatherceee:     \"Essen? Es gibt seit Wochen fuer uns nur Schuesseln,die nur
                    mit Wasserdampf gefuellt sind. Noch ein paar Tage, und ich
                    gleite durch die  Oeffnungen der Bretter ins Meer, wo  ich
                    dann versinke.\"

-> Leider gingen - angesichts der Geraeuschkulisse -die Worte meines Onkels im
   Tonwirrwarr unter. Nein, nicht alle. Das letzte Wort kam an...

Einige Ruderer:    \"Versinken? Wir haben ein Leck! Packt euch die Sklaventrei-
                    ber, die uns ersaufen wollen wie junge Hunde.\"

-> Chaos bricht aus. Meine Chroniken berichten davon, dass das Schiff aufgrund
   der Massenschlaegerei tatsaechlich untergegangen ist. Viele ertranken, doch
   einige konnten sich an ihren Brettern festhalten. Nur mein Onkel nicht. Der
   musste naemlich die Strecke Malediven-New York schwimmend zuruecklegen.Nach
   seinem  Ausspruch \"Ach, haette ich  doch etwas  Suessig\'keit zum Schmausen\"
   ging diese Episode als \'Meuterei ohne Bounty\' in die Geschichte ein.
   Wie dem auch sei, er verfehlte New York um einige Kilometer.Am magnetischen
   Nordpol fasste er dann den Entschluss,in der Hafeneinfahrt von New York ein
   Denkmal mit einer Fackel zu bauen,damit es anderen nicht ebenso ergeht.Lei-
   der wurde die Statue nach Fertigstellung von einem Franzosen geklaut und
   danach wieder an die Beklauten zurueckgegeben - natuerlich nachdem man  den
   Raeuber auf der Champs Neglige\' in Paris verhaftete, als er versuchte, sich
   an der Statue zu vergehen.


Soweit also zu meinem Vorfahren, der noch nicht  einmal als Schoepfer der Lady
Liberty irgendwo genannt ist;mit Ausnahme meiner Chroniken latuernich.Wir hin-
gegen befinden uns nun wieder im New York des 20ten Jahrhunderts und entdecken
drei Leute, die auf dem Flughafen orientierungslos herumstolpern. Aber das bin
ja ich mit meinen Begleitern! Zu dumm.
Um es vorweg zu sagen: ich habe weder meine Tickets verloren, noch bin ich auf
dem Flug nach San Francisco unangenehm aufgefallen - laesst  man einmal meinen
Versuch, die Kippe aus dem Fenster zu schmeissen, ausser acht. Und dann ist es
soweit - San Francisco naht. Nach der Kofferausgabe  auf dem Flughafen begeben
wir uns zum Ausgang. Mein Gott - die Stadt der Hippies,Flower Power und Erdbe-
ben - und ich mittendrin. D.h. im Moment befinde ich mich noch ausserhalb,denn
selbst in Amerika landen die Flugzeuge (noch) nicht direkt auf der Strasse, in
der man das Hotel gebucht hat. Aber was soll\'s.Ich hole schnell noch eine Blu-
menkette, Langhaarperuecke und  Gitarre aus  dem Koffer, um nicht aufzufallen.
Laut singend steige ich eine Lincoln-Limousine ein, schwarz, ca. 6 Meter lang.
Sicher, ein  normales  Taxi  haette es  auch getan, aber wenn, dann dennschon.
Auch der Preis von 25 Dollar laesst mich kalt - Sascha  bezahlt. Nach bequemer
Fahrt erreichen wir das Rodeway Inn Hotel in der Gaery Street, steigen aus,er-
ledigen die Formalitaeten und fallen mehr oder weniger muede in die Betten.
Und hier endet meine Geschichte. Denn ich war so muede, dass ich 5 Wochen lang
schlief und auf dem Rueckweg von Juergen und Sascha mitgenommen wurde.Aber das
ist gelogen, ich wollte euch nur Angst machen. In Wirklichkeit  konnte ich die
ganze Nacht nicht schlafen,denn die Klimaanlage droehnte so laut -und draussen
auf der Strasse wurde - so schaetze ich - alle 3 Sekunden einer umgebracht.An-
auernd Polizei und Ambulanz. Mein Gott. Morgen bin  ich sicher dran. Ich werde
beim Stadtbummel hinterruecks erdolcht oder vor einen LKW getreten -und keiner
bemerkt es - das ist der Alltag. Man wird mich in  der Bucht von San Francisco
den Haien vorwerfen, die  die Pygmaeen  als Handgepaeck mitgebracht haben. Und
nachdem die Iraner mir die Augen ausgeschossen haben, wird mein verstuemmelter
Koerper nach Tagen an einen Pfeiler der Golden Gate Bruecke gespuelt, wo er
dann von den Moeven als Abwechlung auf der Speisekarte willkommen geheissen
wird. Ich hasse diese Stadt. Jeder zweite ist ein potentieller Moerder, der
Rest ist irgendeiner Sado-Sekte verschrieben.
Mit beispielloser Todesverachtung ging ich am anderen Morgen  dennoch auf  die
Strasse, wenn auch an der Wand lang. Diese Art der Fortbewegung gab ich jedoch
nach ca. 371 Metern wieder auf, da meine Nase durch das  staendige Scheuern am
rauhen Putz doch sehr litt. Mit gehetztem Geischtsausdruck folgte ich in eini-
gem Abstand meinen Begleitern. Ich muss hier einmal bemerken, dass ich es noch
immer nicht verstehe, wieso wir den Mietwagen erst vier  Tage spaeter bestellt
haben.San Francisco zu Fuss -das ist so wie die Ersteigung der Eiger Nordwand.
Nur mit dem Unterschied, das in dieser  Stadt fast jede Strasse so  steil ist.
Schwitzend erreichen  wir die  Haltestelle  des \'Cable Car\', jener legendaeren
Strassenbahn,die von unsichtbaren Geistern die Berge hinaufgezogen wird.Aufge-
regt erklimme ich ein solches Vehikel. Yeah. That\'s America. Wie im Fernsehen.
Ich warte darauf, dass Karl Malden mich verhaftet, aber  er kommt nicht. Wahr-
scheinlich liegt er besoffen an der Bucht, weil sie  ihn wegen seiner Nase ge-
feuert haben.
Doch auch jetzt kann ich mich nicht so richtig freuen, denn ich habe ein ungu-
tes Gefuehl. Was ist, wenn  die Seile, die die  Bahn die Berge hochziehen, mit
einem Mal reissen? Was heist hier ueberhaupt \'wenn\'. Natuerlich werden sie die
Belastung nicht aushalten und kurz nach Passieren des hoehsten Punktes unserer
Fahrt werden sie sich loesen.In einem Hoellentempo rasen wir hinab,unserem En-
de entgegen. Die Frau neben mir versucht abzuspringen, wird  jedoch  von einem
Tanklaster erfasst. Der Fahrer verliert die Kontrolle ueber sein  Fahrzeug und
kollidiert mit einem Supermarkt. Der Laster  explodiert, man sieht nun  einmal
live, was Raketentreibstoff tun kann.Der Supermarkt bricht zusammen und reisst
beim Fall noch andere Gebaeude mit sich,waehrend die Menschen unter den ton-
nenschweren Truemmern begraben werden.
Wir hingegen haben langsam unsere Hoechstgescheindigkeit erreicht und  etliche
Autos und Passanten zermalmt, bevor wir  mit einem  gigantischen Knall in  die
Bucht stuerzen und dabei unzaehlige Boote der US-Marine einsatzunfaehig machen
Ich hingegen kann mich retten,werde jedoch an Land von Pygmaeen mit einem lan-
gen Stahldolch harpuniert.
------------------------------------------------------------------------------

Wird Magic Ceee die Fahrt mit dem Cable Car ueberstehen? Oder wird er von ver-
kleideten Iranern runtergeworfen? Warum steht hier noch immer nichts ueber den
Hotelmanager, der Magic Ceee  beim Skateboardfahren  erwischte - und das nicht
nur in der Tiefgarage, sondern auch in flagranti? Wie gelang es Magic Ceee,den
schlitzohrigen Verkaeufer im Touristenviertel von San Francisco zu ueberreden,
Striptaenzer zu werden?

Viele Fragen - und noch weniger  Antworten im Teil 4 dieses grossen Berichtes!
Bis dahin moechte ich euch noch eins mit auf den Weg geben:

Es stimmt nicht, dass beim Fixen mit schmutzigen Nadeln Aids uebertragen wird,
wenn die Fixer die Spritze gemeinsam verwenden. Sie muessen nur Condome  dabei
anhaben.

(c) by Magic Ceee




                             Bilder aus Amerika

               Teil 4: Von Wasserfaellen und qualmenden Bremsen

Die Personen:

-Magic Ceee, ein geisteskranker Zwerg mit kurzen Haaren
-Sascha, die Krankenschwester (haehae) von Magic Ceee
-Juergen, ein alter Saufkumpan von Magic Ceee

sowie

-Ein Texaner mit unverdorbenem Slang
-Tausende Komparsen, deren Namen ich aus Ruecksicht auf euch weglasse

------------------------------------------------------------------------------
So seltsam es auch klingen mag:ich habe die Fahrt mit dem Cable Car ueberlebt,
zusammen mit allen anderen Insassen. Da standen wir nun - nur einen  Steinwurf
entfernt von Fisherman\'s Wharf,wo jedem unvorsichtigen Touristen der sofortige
Tod seiner Geldboerse droht. Ein Mann meiner  Intelligenz verfuegt  natuerlich
ueber die seltene Gabe,Gespraeche waehrend ihres Verlaufes auf retorische Mit-
tel hin analysieren zu koennen, was mir dann  auch den  Mut machte, durch  die
zahllosen Souveniershops mit ihren gewitzten Marktschreiern zu laufen. Es  ist
wirklich  unglaublich, was  man den Leuten  fuer einen Ramsch verkaufen  kann,
wenn man die Kunst der Rede perfekt  beherrscht. Verbluefft von so  viel Wege-
lagerei fassten wir den Entschluss,diesen ungastlichen Ort zu verlassen,um uns
Richtung Golden Gate Bruecke aufzumachen.Leider schafften wir es nicht bis da-
hin, denn meine  vielen Einkaufstueten schienen immer schwerer  zu werden, ob-
wohl ich die Elvis-Presley-Stehlampe, den mit  Blattgold  verzierten Tisch  im
gregorianischen Stil und den Stereofernseher schon meinen Begleitern aufge-
halst hatte.
Also bestiegen wir zum wiederholten Male das Cable Car, wobei ich meine Tueten
geschickt auf die Schoesse der anderen Mitfahrer verteilte, was mir einerseits
Bewunderung von meiner Seite,andererseits jedoch wueste Beschimpfungen vom ge-
meinen Touristenvolk einbrachte. Touristen. Ich hasse sie.Sie fallen ueber je-
de Sehenswuerdigkeit her wie die Fliegen ueber mich, wenn ich die Hose oeffne.
Nichts ist ihnen heilig, wenn es  darum geht, ein  Souvenier zu ergattern. Wie
sonst ist es zu erklaeren, dass das New Yorker World Trade Center nur noch 107
Stockwerke  von ehemals  468 hat? Geklaut, alles  weggerafft  von skrupellosen
Touristen.Stein fuer Stein naehert sich jenes stolze Bauwerk seinem Fundament,
und es ist nur noch eine Frage der Zeit,wann sich King Kong nach einem anderen
Platz umsehen muss, um dort sein Imponiergehabe auszuleben.Ich hingegen durch-
lebe noch zwei weitere Tage in Frisco, um u.a. ein oertliches Hippietreffen im
Park zu besuchen.
Unglaublich.Schon von weitem umschwirren eindeutig duftende Wolken mein ueber-
irdisch schoenes Haupt.Je naeher ich der Liveband auf der Buehne auf die Pelle
ruecke, desto  mehr  entrueckt mein Geist in bisher  unbekannte  Sphaeren. Ich
fuehle mich leicht,unbeschwert. Bevor ich mich auf dem Ast eines nahegelegenen
Baumes niederlasse,um den Brunftschrei des gemeinen Zumgirbels nachzuahmen,se-
he ich Juergen in einer langen roten Toga auf der Buehne umherwandeln.Er brei-
tet die Arme aus und versucht, aus Bier  Wein zu machen, was jedoch - aufgrund
mangelnder Uebung, wie ich vermute - nicht gelingt.Dessen ungeachtet faehrt er
mit seiner Predigt fort und fordert einige besoffene Rocker auf, ihre Fischer-
netze wegzuschmeissen und ihm zu folgen. Das tun sie auch,aber nur mit der Ab-
sicht, ihn zu verpruegeln, wie wir spaeter feststellen. Auch Sascha scheint im
Bann des Freiluftjoints zu stehen, denn sie versucht,sich an ein nahegelegenes
Holzkreuz zu nageln.
Die restlichen Tage in San Francisco verbrachten wir dann damit, wieder  einen
klaren Kopf zu bekommen, wobei wir jedoch das Hotel wechseln mussten,weil sich
ein Nachbar ueber unsere naechtlichen Tempelgesaenge beschwert hatte.Aber dann
war es soweit: wir konnten unseren Leihwagen abholen.Schon von weitem erkannte
ich ihn. Schwarz, lang, bequem, kurz: ein Cadilliac. Wenn ich den Boss der Au-
tovermietung gekannt haette - wir haetten den Wagen bekommen, ich weiss es.Nun
mussten wir uns doch  mit einem babyblauen  Ford zufrieden  geben, ca. 4 Meter
kuerzer als der andere Wagen. Aber was solls. Die Weite  des Landes ruft - und
wir wollten die Schreie nicht ungehoert verhallen lassen. Koffer einladen,ein-
steigen - und schon lag er vor uns, der endlose lange Highway. Natuerlich gibt
es in Amerika nicht nur einen Highway; ich meine  jetzt den, der  zum Yosemite
Nationalpark fuehrt.
Es ist allerdings etwas anderes,wenn man in Amerika mit dem Auto unterwegs ist
Zum einen sind da  die Geschwindigkeitsbegrenzungen, die den  Tod eines  jeden
Bergheimer GTI-Fahrers zur Folge haben, zum anderen ist da die wenig  abwechs-
lungsreiche Landschaft, die die Augen vorzeitig ermueden laesst. Da einem  je-
doch nur alle 39 Stunden ein anderes Fahrzeug begegnet und die Strassen eh ge-
radeaus fuehren,macht es nichts,wenn man einmal waehrend der Fahrt einschlafen
sollte. Man muss sich dann halt den Wecker stellen,um die Abzweigung nach Salt
Lake City nicht zu verpassen, das ist alles. Wir hingegen blieben wach,was je-
doch nicht an Juergen\'s Fahrstil lag, sondern an dem Gedanken, tatsaechlich in
Amerika zu sein. Alles ist so gross, auch die Berge und die steilen Abgruende,
von denen mich frueher  oder spaeter  einige als  Stinktiere getarnte Pygmaeen
schubsen werden. Meine Blicke  aus der Heckscheibe  koennen jedoch meinen Ver-
dacht, von  einem Bus voller  Iraner verfolgt  und dann abgedraengt zu werden,
nicht bestaetigen.
Auch gut. Wahrscheinlich sind sie bei  ihrer Verfolgung in eine Radarkontrolle
geraten und  warten nun darauf, dass ihr  Botschafter das Geld fuer den Straf-
zettel aus Washington schickt. Wir nutzen diese Zeit, um unseren Vorsprung zu
vergroessern und treffen nach wenigen Stunden tatsaechlich am Eingang des Park
ein, wo uns ein Schild darauf aufmerksam macht, dass pro Fahrzeug eine Gebuehr
von US $20 faellig ist. Da meint man, den  Raubrittern von San  Francisco ent-
kommen zu sein - und findet sich im naechsten Moment keulenschwingenden Natur-
fetischisten gegenueber. Aber was  entdeckt mein trueber Blick an  der Sonnen-
blende des Fahrers? Einen \'Golden Eagle Pass\',der einem freien Eintritt in al-
len Nationalparks gewaehrt.Das Problem ist nur,dass der Pass auf einen anderen
Namen ausgestellt ist. Egal.Ich ziehe meine Muetze ins Gesicht,werfe dem Ober-
waldmeister an der Kasse ein tonlos gehustetes \'Hi!\'vor seine behaarten Fuesse
und zeige ihm fuer Bruchteile einer Sekunde den Pass. Er nickt und grunzt  mir
etwas zu, was ich leider nicht verstehe, da ich den Wald- und Wiesenslang die-
ser Primaten nie gelernt habe. Ich interpretiere seine guturalen  Laute jedoch
als Einverstaendnis und gebe Juergen das Zeichen, weiterzufahren.Tatsaechlich,
er  hat sich  taeuschen lassen, was jedoch  angesichts des Hirnvolumens  eines
Yetis seiner Groesse nicht weiter verwundern kann. Auch die Tatsache, dass  er
seine Keule dazu verwendet,Floehe aus seinem Baerenfell zu entfernen bestae-
tigt mich einmal mehr als tolldreisten Hochstapler.
Mit vor Freude nassen Augen suchen wir die einzige Tankstelle des Parkes auf,
wo es uns auch gelingt,etwas Essbares zu erstehen.Juergen kauft sich einige
Wurzeln und Kraeuter,ich hingegen gebe mich mit einer Tuete frisch geschossen-
er Brombeeren zufrieden. Wir wollen weiter,aber Juergen ist verschwunden. Nach
geraumer Zeit entdecke ich ihn auf dem Plateau einer bewaldeten Schlucht,wo er
sich entkleidet hat und jetzt  unablaessig onaniert. Ich  wusste zwar, dass er
ein Naturfanatiker ist, aber dass  es damit so extrem ist - was  soll erst ge-
schehen, wenn wir am Grand Canyon sind? Ich zwinge ihn,sich anzuziehen und mir
zu folgen. Mein Gott, er hat sich veraendert. Ueberall ist er behaart, und  er
weigert sich, aufrecht zu gehen.Auf dem Weg zum Auto reisst er einen Hasen und
verschlingt ihn nicht  nur mit Haut, sondern auch mit Haar. Angesichts  dieser
Lage fasse ich  den Entschluss, mich als Fahrer einzusetzen. Weiter  geht  die
Reise, in Richtung  Zentrum des Parks, wo sich auch eine  Touristeninformation
befindet. Nach schier endloser Fahrt ueber Berge, enge Strassen und ueber noch
engere Bruecken kommen wir an. Alles in diesem Land ist so gross,nur hier sind
alle Wege so eng. Ich kenne nur noch eine Sache, die enger ist, aber die sitzt
neben mir und futtert Kekse. Soll sie doch. Ich  strafe sie mit  Schweigen und
grunze Juergen einige beruhigende Laute zu. Er versucht naemlich,mich alle 100
Meter zum stehen  zu bringen. D.h. nicht  mich, sondern den Wagen, ihr Ferkel.
Ich hingegen fasse seine Leine  kuerzer und  zeige ihm, wer hier der Herr ist.
Winselnd kriecht er unter den  Beifahrersitz und bleibt dort  bis zum Ende der
Fahrt liegen, wobei uns nur noch hin und wieder  ausgestossene Stoehnlaute von
seiner Anwesenheit Kenntnis nehmen lassen.
Auf dem Parkplatz des Touristenzentrums laeuft dann innerhalb von Sekunden
mein Leben vor meinem inneren Auge ab.Einen halben Meter neben mir haelt naem-
lich ein grosser Gelaendewagen mit quietschenden Reifen.Es ist soweit. Alles
aus.Die Iraner sind da.Aber es ist nur ein aelterer Herr mit riesigem Texashut
und sonnenverbranntem Gesicht.Mit dem unfehlbaren Blick eines Ureinwohners er-
kennt er, dass ich von unserer Gruppe derjenige mit den besten Englischkennt-
nissen bin.
Um sein Wissen zu bestaetigen, oeffnet er seinen texanischen Mund und ruft
mir etwas zu, was  ungefaehr wie \"Rrrrorrrpp Hfuhruhurr?\" klingt. Um  mir  vor
meinen Begleitern keine Bloesse zu geben, raune ich ein  wissendes \"Shrrrrrr!\"
in den Wind. Der Texaner guckt mich an und gibt mir eine Ohrfeige.Weinend  be-
gebe ich mich in das nahe Gehoelz,um mit meinen Ahnen zu reden.Nachdem ich das
Problem analysiert habe,machen wir einen Rundgang durch das nahegelegene Indi-
anermuseum,wo unter anderem auch der letzte Mohikaner ausgestellt wird. Leider
hatte er bei unserer Ankunft seinen freien Tag,so dass ich darueber nichts be-
richten kann.
Also weiter zu den Wasserfaellen,welche,wie mir ein Parkprimat versicherte,die
hoehsten im ganzen Westen der USA seien.Ich bezichtigte ihn der Luege und ver-
suchte, ihm zu erklaeren, dass ich der hoehste Wasserfall waere, wenn ich  auf
den Berg klettern und von da aus in den Fluss pinkeln wuerde. Er zeigte sich
jedoch wenig beeindruckt und ging dann in den Wald um sich eine Keule zu
schnitzen.
Aber sie sind in der Tat recht hoch, obwohl ich vermute, dass man sie - aus
Gruenden der Touristenhascherei - auf ein neues Niveau gebracht hat.Und um die
Arbeitslosenzahlen zu senken, sind nun  Tag fuer Tag  tausende Yetis damit be-
schaeftigt, Wassereimer zu schleppen, um  den Kreislauf  kuenstlich in Gang zu
halten. Unter lauten Protestrufen verlasse ich diesen Ort. Ich hasse Natur.Ich
kann nicht verstehen, dass Juergen noch immer nackt ist. Noch nicht einmal Ab-
gase hier. Der Tod eines Magiers. Ich hoffe nur,dass die Iraner die Luft eben-
sowenig vertragen,obwohl - die Pygmaeen duerften sich hier recht wohl fuehlen.
Ich nehme Juergen an die Leine und Sascha an die Hand.Da sie jedoch keine frei
hatte, begnuegte ich mich damit,sie etwas weiter im Norden anzufassen,was zwar
recht stimulierend auf mich wirkt, sich in der Oeffentlichkeit aber eigentlich
nicht gehoert. Aber ich bin ja nicht so. Ich erlaube ihr,sich frei zu bewegen.
Sie dankt es mir mit einem Blick,in dem man,wenn man genau hinsieht,saemtliche
Betten und Schlafzimmer dieser Welt erkennen kann.
Da ich jedoch nichts vom Verlangen des Fleisches halte,sondern schon seit Jahr
und Tag in freiwilliger Abstinenz lebe,schenke ich ihr keinerlei Beachtung.Der
psychologische Aspekt ist natuerlich klar filtrierbar.Warten steigert das Ver-
langen. Ich lasse sie also warten und hoffe, dass  endlich mal ihr Tier, sieht
man einmal vom Baeren ab,zum Vorschein kommt.Aber das hier ist ja kein Beitrag
aus einem Sexmagazin, damit ihr alten Lustgreise was zum Stoehnen habt,sondern
ein Reisebericht. Und deshalb berichte ich  jetzt von der  Reise meiner Finger
ueber Sascha\'s unverhuellte Schenkel. Hose zu,olle Sau...das werde ich natuer-
lich nicht tun, ich kenne euch. Ihr muesst euch stattdessen den Intellekt  von
Marie Curie im Koerper von Bo Derek vorstellen. Dann  wisst ihr, wie sie  aus-
sieht und was sie kann.Denn Rest koennt ihr ja dann nachher im Bett erledigen.
Da bis dahin aber noch etwas Zeit ist, klettern wir wieder ins Auto und suchen
auf der Karte den Ausgang des Parks. Mit dem untrueglichen Instinkt einer Wan-
derschnecke entdeckt Juergen ihn dann, was ihn jedoch nicht daran hindert,noch
immer zu masturbieren. Er sagt mir, Onanie sei Sex  mit jemandem, den  er sehr
liebt. Naja, mir egal. Ich will raus aus diesem Park.
Dann,nachdem ich mich einmal verfahren habe,weil ich nicht zugeben wollte,dass
die von Sascha erwaehnte Abfahrt die richtige ist, sind wir endlich auf dem
Weg nach draussen. Noch ein kurzer Stop am Cnarz Inn,wo wir uns mit Hamburgern
und Cola staerken. Und weiter geht\'s, immer weiter, wir lassen die  Baumgrenze
unter uns und schrauben uns und unser Fahrzeug immer weiter in den Himmel.Aber
irgendwann geht\'s auch mal wieder bergab. Tatsaechlich. Schon befinden wir uns
auf einer recht  abschuessigen Strasse, die nur  noch wenige  Grad vom rechten
Winkel trennen. Da es bei Wagen  mit Automatik mit der Motorbremse nicht allzu
weit her ist, betaetige  ich gewissen  Abstaenden die konventionellen Bremsen.
Irgendwie erinnert  mich das ganze  an Achterbahnfahren. Wenn es nur nicht  so
hoellisch stinken wuerde. Ausserdem  behindert der ploetzlich aufgetretene Bo-
dennebel die Sicht ganz gewaltig. Das ist schlecht, denn unser Auto wird immer
schneller, obwohl das Bremspedal schon am Bodenblech angekommen ist.Mein Gott.
Die Iraner haben waehrend unserer Abwesenheit die Bremsleitungen angesaegt,und
wir rasen nun dem sicheren Tod entgegen. Sascha  meint, ich  sollte die Haende
lieber an das Lenkrad legen, anstatt sie  gefaltet zu halten. Ich bin von Bar-
baren umgeben,gefuehlslosen Heiden,die kein Verstaendnis fuer meine Gespraeche
mit Gott aufbringen koennen oder wollen.
Also gut. Ich oeffne die Tuer und bremse den Wagen mit meinem blossen Fuss ab,
indem ich  kleine Unebenheiten der Strasse  geschickt nutze, um mich darin mit
den Fussnaegeln festzukrallen. Auf einer Parkbucht rollen wir langsam aus  und
begeben uns nach draussen, um den Wagen genauer zu untersuchen.Nein,die Brems-
leitungen sind in Ordnung, kein Anzeichen von Sabotage zu entdecken.Vielleicht
hat unser Auto gar keine Bremsen, sondern ist nur fuer den Einsatz auf ebenen,
freien Strecken gebaut worden,um die Materialkosten so niedrig wie moeglich zu
halten? Nein, ich entdecke die Bremsen nach einigem Suchen im Motorraum,gleich
hinter dem Verteilerdeckel stecken sie. Komisch, da nutzen sie ja keinem  was.
Ein Schrei schreckt mich auf.Juergen hat beim Pinkeln das Bein zu weit gehoben
und sich den empfindlichen Teil seines Zauberknochens an  einer  rotgluehenden
Scheibe verbrannt, die direkt hinter dem linken Vorderrad sitzt.Wahrscheinlich
das Ersatzrad. Ich unterziehe das ganze  einer genaueren Pruefung und komme zu
der Einsicht, dass diese Scheiben irgendwie mit den Bremsen in Verbindung ste-
hen. Koennte es sein, dass ich  das Pedal zulange  getreten habe? Ich  kann es
nicht sagen. Ich frage  Juergen, ob er sein Revier  schon ausreichend markiert
hat und bringe  ihn so dazu, die Scheiben  zu benaessen und damit abzukuehlen.
Was fuer ein Tag. Aber jetzt erstmal weiter, ins Tal des Todes, wo ich mir die
Leichen der Pygmaeen ansehen werde,die beim Warten auf mich von der Sonne aus-
getrocknet wurden.
-------------------------------------------------------------------------------

Wird Magic Ceee  die  Leichen finden? Oder nur ein paar ausgebleichte Gerippe?
Wann endlich erleben wir ihn  beim Skateboardfahren? Ist es wahr, dass  Sascha
beim Gluecksspiel in Las Vegas das grosse  Los gezogen hat und nun als  reiche
Dame auf einer Ranch in Dallas lebt,wo sie auf das Ableben ihres Mannes
wartet?
Stimmt es, das Magic Ceee bei dem Versuch, in den Grand Canyon zu pinkeln, er-
wischt wurde und als Strafe den Colorado River der Breite nach  durchschwimmen
musste?

Das werdet ihr wohl  nie erfahren.

Und jetzt moechte ich einmal die  Gelegenheit ergreifen, meinen beiden Beglei-
tern zu danken, die noch nicht einmal wissen, was ich  hier so in der Oeffent-
lichkeit ueber sie loslasse (hehe).

Juergen fuer unzaehlige Tage,an denen er mich nicht mit dem Arsch angeguckt
hat. Sascha, die mir in diesen Momenten immer half, das nicht so >eng< zu
sehen...

In diesem Sinne.

(c) by Magic Cee

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