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Jostein Gaarder - Der Geschichtenverkäufer
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boris



Beiträge: 10136

Titel: Jostein Gaarder - Der Geschichtenverkäufer
Verfasst am: Sa, 15 Sep 2007, 19:22
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Jostein Gaarder - Der Geschichtenverkäufer

Gaarder dürfte den meisten durch "Sophie's Welt" bekannt sein - mir allerdings nicht, der "Geschichtenverkäufer" ist das erste Buch, das ich von Gaarder lese.

Es geht um den Schriftsteller Petter, der vor Ideen nur so übersprudelt, aber keine Lust hat, etwas zu veröffentlichen. Daher kommt ihm irgendwann die Idee des "Autorenhilfswerks", und er verkauft seine Geschichten an phantasielose(re) Autoren. Das ganze Geschäft zieht er professionell auf, er verkauft nie eine Geschichte zweimal, er führt akribisch Buch über seine Geschäftspartner und produziert fleißig weiter.
Irgendwann bekommt er aber Gegenwind, denn er hat nicht mit den "schamlosen" Autoren gerechnet, die drohen, ihn nicht nur auffliegen sondern sogar beseitigen zu lassen.

Gaarder erzählt in seiner Geschichte weitere kleine Geschichten, die seine Hauptperson im Laufe der Zeit schreibt. Das würzt die ganze Sache ein wenig, auch der Umstand, daß die Handlungsstränge der kleinen Geschichten nachher in den Hauptablauf einfließen, ist gut gemacht, aber der Rest nicht.

Der Grund, warum die Story nicht funktioniert, ist ganz einfach: die Hauptperson ist ein von sich selbst eingenommener Typ ... was halb so wild wäre, wenn er nicht dauernd nur davon quatschen würde, wie super er ist. Der Leser muß sich nicht unbedingt mit dem Erzähler identifizieren (noch nicht einmal solidarisieren), aber wenn dieser die ganze Zeit nur erzählt, wie toll er ist, wie einfach ihm immer alles gefallen ist, was er alles besser kann als alle anderen, etc. etc., hat man schnell die Schnauze voll von der ständigen Angeberei, die nur nervt, die Handlung aber kein bißchen voranbringt.
Erst nach der Hälfte kommt langsam etwas Schwung in die Sache, trotzdem wirkt die Figur irgendwie hölzern und leer, selbst die (eigentlich sehr prägende) Liebesgeschichte ist stumpf und aufgesetzt. Der Umstand, nicht zwischen Realität und Phantasie unterscheiden zu können, kommt mir viel zu kurz, anderes ist viel zu leichtfertig und willkürlich: die Hauptfigur fährt in eine anderes Land, da erwähnt er auf einmal, daß ihm schon als Kind Sprachen leicht fielen und er (quasi vorsichtshalber) mal ein paar gelernt hat.
Nö, so funktioniert das nicht !

Also: netter Ansatz, die Ausführung ist aber nicht nur langweilig, sondern - schlimmer - nervig. Es macht einfach keinen Spaß, sich die ganze Zeit nur Selbstbeweihräucherungen durchzulesen. Verschenkte Idee, absolut keine Empfehlung !


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