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Hunter S. Thompson - Königreich der Angst
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boris



Beiträge: 10136

Titel: Hunter S. Thompson - Königreich der Angst
Verfasst am: Do, 12 Feb 2009, 00:40
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Hunter S. Thompson - Königreich der Angst

Hunter S. Thompson, der sich 2005 das Leben nahm, wird den meisten geläufig sein - bzw. sein bekanntestes Werk "Fear and Loathing in Las Vegas" ("Angst und Schrecken in Las Vegas" - eigentlich "Abscheu" statt "Schrecken"), das mit Johnny Depp (mit Thompson befreundet) von Monty Pythons visuellem Mastermind Terry Gilliam verfilmt wurde.
Beim wem jetzt nicht alle Alarmglocken schrillen: sofort zum nächsten Laden, DVD kaufen, Film kucken !

"Königreich der Angst" ("Kingdom of fear") ist Thompsons Hinterlassenschaft, es handelt sich hierbei quasi um seine Memoiren (nicht um einen Roman) im besten "Gonzo"-Style - über den von ihm begründeten Gonzo-Journalismus, der inhaltlich wie auch formell "frei berichtet", gibt es bei wikipedia genug nachzulesen.

Thompson beschreibt hier seinen Lebensweg, angefangen vom ersten Ärger, den er bekam (und gegen den er - personifiziert durch einen FBI-Agenten - erfolgreich rebellierte), weil er mit ein paar Kumpels einen Briefkasten umgehauen hatte, bis hin zu den riesigen Haufen Ärger, die er sich später einhandelte. Meist war er dabei auf Kollisionskurs mit dem amerikanischen Gesetz, gegen das er vehement vorging, wenn er es für Unrecht hielt. So setzte er sich für eine Frau ein, die aufgrund des "felony murder"-Gesetzes in Haft saß. (Bei diesem Unsinn von einem Gesetz kann man für ein Verbrechen verurteilt werden, das man garnicht begangen hat - Kenntnis oder Absicht sind völlig unnötig, d.h. wenn man jemanden zum Supermarkt fährt, der dann plötzlich im Markt jemanden erschießt, während man draußen im Auto wartet, ist man wegen Mordes dran - kein Witz !). Ein anderes Mal kandidierte er als Sheriff oder legte sich mit der Justiz an, deren Schergen illegalerweise sein Haus durchsucht hatten.
Weitere Kapitel umfassen neben den Gerichtsverhandlungen (und umfangreichem Material dazu) einige Reportagen, z.B. von seinen Kriegsberichten aus Grenada, aber auch privaten Spaß auf irrsinnigen Ausflügen.

Man mag über Thompson denken wie man will: Zeit seines Lebens extremer Drogenkonsument und Waffennarr (ballerte nachts schonmal gerne vor seiner Hütte rum). Als Schriftsteller hat er Maßstäbe gesetzt, seine Art des subjektiven "Journalismus", seine trockene, lakonische Art, mit der er die heftigsten Szenarien beschreibt, sind Klasse.

Das Buch liest sich auf jeden Fall flüssig und ist zum großen Teil sehr unterhaltsam und interessant, vor allem aktuellere Sachen, in denen immer wieder der "debile Kindspräsident" (George W. junior) vorkommt - einige Passagen über die gerichtlichen Auseinandersetzungen sind allerdings etwas lang. Vor allem die Angewohnheit, zitierte Dokumente im Stil alter Schreibmaschinen zu drucken, macht das Lesen etwas anstrengend.

Thompson rockt. Lesen sollte man aber vielleicht eher "Fear and Loathing in Las Vegas", das nicht so fragmentarisch ist (außerdem gibt es da eine coole Ausgabe mit feisten Zeichnungen von Ralph Steadman - gab es zumindest bei Zweitausendeins mal).


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boris



Beiträge: 10136

Titel: (Kein Titel)
Verfasst am: Mo, 16 Feb 2009, 14:55
Beitrag
Antworten mit Zitat

Zitat:
1970 kandidierte er als Sheriff in Aspen, Colorado. Thompson wurde von einer „Freak-Plattform“ unterstützt und sein Wahlprogramm enthielt für die damalige Zeit radikale Forderungen, u. a. die Legalisierung von Drogen, die Umwandlung aller Straßen zu Radwegen und die Umbenennung von Aspen in „Fat City“. Der amtierende Sheriff war ein Republikaner, der stets einen militärischen Kurzhaarschnitt trug, was Thompson anregte sich eine Glatze zu scheren, um dann seinen Gegenkandidaten als „meinen langhaarigen Widersacher“ ("my long haired opponent") zu bezeichnen.

Laughing Laughing Laughing


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