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Bernard Wolfe - Limbo
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boris



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Titel: Bernard Wolfe - Limbo
Verfasst am: Do, 15 Dez 2016, 22:43
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Bernard Wolfe - Limbo

In Deutschland kaum bekannt und heute auch nicht mehr aufgelegt, findet sich dieses Buch auf vielen Listen der besten SF-Romane wieder, auf dem Umschlag lobt J.G. Ballard es sogar als den besten SF-Roman abgesehen von Ray Bradbury.

Story: Geschrieben 1952 spielt die Handlung in 1990 und erzählt von einem Arzt, der auf einer Insel bei einem Naturvolk lebt und dort Lobotomien vornimmt, um die Aggression der Bewohner einzudämmen. Als irgendwann seltsame Menschen mit künstlichen Gliedmaßen auftauchen, macht er sich auf den Weg in seine frühere Heimat, um herauszufinden, was es mit diesen merkwürdigen Figuren auf sich hat. Er hat 18 Jahre der Entwicklung der Welt verpasst und gerät in eine Gesellschaft, in der freiwillige Amputationen an der Tagesordnung sind, weil man der Ansicht ist, dass Immobilität vor Aggression schützt - die so Verstümmelten statten sich mit künstlichen Gliedmaßen aus, aber unterschwellig schwelt ein Konflikt zwischen den Resten der ehemaligen USA und dem früheren Russland, nachdem der 3. Weltkrieg einen Großteil der Menschheit vernichtet hat. Und der Arzt hat in dem ganzen Spiel auch noch eine mehr als unfreiwillige Rolle.

Insgesamt ist die Geschichte nicht schlecht, vor allem hervorzuheben ist Wolfes Weitsicht und seine Leistung, eine völlig neue Gesellschaft in sich logisch und folgerichtig entworfen zu haben, in denen Regeln gelten, die uns sehr seltsam vorkommen. Das alles ist durchsetzt mit philosophischen Manifesten zur Untermauerung der Gesellschaftsordnung, und genau hier liegt das große Problem des Romans, denn diese Abhandlungen sind - wenn auch nötig - für meinen Geschmack einfach zu ausufernd.
Sprachlich ist das alles in Ordnung aber nicht großartig, und auch, wenn die Story einen ganz gut gegriffen hat, blieb bei mir am Ende ein etwas schaler Geschmack zurück - ob das am Vergleich mit Bradbury liegt, dem der Roman zumindest sprachlich niemals standhalten kann, weiß ich nicht.
Insgesamt ein guter SF-Roman.


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