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[TXT] Beetlejuice - Der Sysop-Report
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Der Archivar



Beiträge: 160

Titel: [TXT] Beetlejuice - Der Sysop-Report
Verfasst am: Mo, 04 Apr 2011, 17:16
Beitrag
Antworten mit Zitat

Autor: Beetlejuice
Dateidatum: 14.8.2004

Code:
                         Der NET-REPORTER Part IV

                            Der SYSOP-REPORT

Was ist ein SysOp? Wie lebt ein SysOp? Was bedeutet ihm seine Mailbox wirk-
lich? Warum liest man immer von ihnen und sieht sie nie? Warum klingen sie
bei der telefonischen Ueberpruefung immer, als laege die ganze Last dieser
Welt in ihren Haenden?

Fragen ueber Fragen, die der Otto-Normal-User wohl nie beantworten koennte,
wenn es dem Net-Reporter nicht gelungen waere, eines jener seltenen Objekte
der Rasse Mensch aufzutreiben, mit ihm einen Termin zwischen zwei Backups zu
vereinbaren und ihm schliesslich 24 Stunden bei der Bewaeltigung seiner Fueh-
rungsaufgabe bezueglich seiner Mailbox ueber die Schultern zu schauen.
Hier nun sein Bericht aus den Tiefen der menschlichen Seele.

Es ist 6 Uhr morgens, als ich mich vor der Haustuer eines gewissen Klaus Kle-
berlein befinde, der in Mailboxfachkreisen nur als \"Ultimate HackOp\" bekannt
ist und mit seiner Mailbox Z.S.U.W.Z.S. (Zu Schoen Um Wahr Zu Sein) bereits im
zarten Alter von 17 Jahren einige Erfolge in den Bereichen Plattencrash und
Totalabsturz feiern konnte.
Noch kann ich zurueck. Schliesslich zwingt mich kein Mensch, den Hort des Grau-
ens zu betreten, den man als User lediglich aus wuesten Erzaehlungen und un-
glaublichen Science Fiction-Geschichten kennt.
\"Es soll sein\", denke ich mir, als ich mutig und mit halb geschlossenen Augen
die Tuerklingel jenes Klaus Kleberlein betaetige.
Eine Zeitlang passiert gar nichts, bis ich ploetzlich dumpfe Schritte auf der
anderen Seite des Lichts (hinter der Haustuer  anm. d. Red.) wahrnehmen kann.
Die Tuer oeffnet sich und ich blicke, voellig veraengstigt und mit meinem Le-
ben abschliessend........auf die prall........(dieser Teil des Net-Reports
wurde nach Absprache mit der Bundesidiotenstelle fuer jugendgefaehrdende Schrif-
ten aus dem Net-Report entfernt und wird seit einiger Zeit als \"Geschichte des
B\" auf diversen Bahnhofstoiletten fuer den Preis von 17,90,- verkauft)
----> (hier geht\'s weiter)
Als ich meine Blicke endlich von ihren *********** loesen kann, fragt mich
dieses himmliche Geschoepf nach meinem Begehr.
Nachdem ich ihr meine Begierden gebeichtet habe, gelingt es mir schliesslich
doch noch mein eigentliches Anliegen vorzubringen.

NetR.: \"Ich bin der PCN-Net-Reporter und habe einen Termin bei einem gewissen
        Klaus Kleberlein. Es waere aber nicht schlimm, wenn er nicht da waere.\"

Traumfrau : \"Bei wem ???....ach sie meinen meinen Sohn...den habe ich seit
             Wochen nicht mehr gesehen. Sind sie sicher, dass er ihnen diese
             Adresse gegeben hat ??\"

Sichtlich verwirrt und irgendwie erleichtert ueberlege ich mir, ob man nicht
auch einen Net-Report ueber das Leben der Goldfische schreiben koennte, als
ploetzlich eine merkwuerdig dumpfe Stimme aus dem Hintergrund unsere kleine
Plauderei auf einen Schlag beendet und ausgerechnet mich ansprechen muss.

Stimme : \"Is\' gut Mudda....dat is\' schon ok...Junge komm\' rein, sonst hole ich
          mir hier noch Sauerstoffkrebs...tach Mudda..lebt Vadda noch ???\"

\"Das also ist ein SysOp\", denke ich mir, als mich ein ca. 1.70 Meter grosses,
unglaublich bleiches und spindelduerres menschenaehnliches Wesen, mit glatten,
schmierig glaenzenden Haaren und einer Zigarette im Mundwinkel in das Hausin-
nere zerrt.
Ohne ein weiteres Wort werde ich durch ein rustikal eingerichtet Wohnzimmer
geschleift, muss einem daemlich grinsenden Dackel ausweichen und ende schliess-
lich vor einer fast 2 Meter breiten Stahltuere mit einem gigantischen Vorhaen-
geschloss, in welches mein Begleiter nun einen ca. 30 Zentimeter langen und
leicht verrosteten Schluessel steckt, diesen dreht und wendet, bis sich besagte
Tuer schliesslich oeffnet.
Es ist soweit. Das unbekannte Reich eines SysOps liegt nun in all\' seiner
Pracht vor mir. Doch wenn ich ehrlich bin, kann man von der Pracht wenig er-
kennen, da sich der Raum, indem ich mich nun befinde, in einem unheimlich abge-
dunkelten Zustand befindet. Es riecht nach kalter Zigarettenasche, Bier und
Moder, als man mich auf einen Stuhl setzt, welchen man zuvor von einem meter-
hohen Berg irgendwelcher Computerzeitschriften, Aschenbechern und Bierdosen
befreit hat.
\"Ist dies das Hauptquartier der Boehsen Onkelz ?\", schiesst es mir durch den
Kopf, als ich wieder diese undeutlich nuschelnde Stimme vernehme.

Stimme : \"Na dat isse. Jetzt pack\' deinen Schreibkram aus und schreib mit.\"
          Die Z.S.U.W.Z.S. hat 4 Festplatten a 120 MB, worauf sich 210 MB
          Downloadkrempel befindet, der..........
          (Der Net-Reporter unterbricht an dieser Stelle die folgenden Aus-
          fuehrungen, da unserem Mann vor Ort nach einer guten Stunde der
          Bleistift abbrach und dem hauseigenen Markenkugelschreiber, weitere
          2 Stunden spaeter, ebenfalls die Luft ausging.)

Mitlerweile ist es 11 Uhr. Mein Gespraechspartner hat sich im Laufe der ersten
Stunden zu einem Kettenraucher und Staendighuster entwickelt, der nun, mit
einem verklaerten Grinsen auf dem Gesicht, neben mir auf einem voellig zerfled-
derten Sessel sitzt und genauso wie ich, auf einen bierverklebten, gelbschim-
mernden Bildschirm starrt.
Eine unheimliche Stille macht sich in dem Raum breit, dessen Raumtemperatur
mindestens 45 Grad Celsius betragen muss, als jene Stille durch eine Art Auf-
zugmusik unterbrochen wird, die von allen Seiten und in unglaublicher Laut-
staerke auf mich eindrischt.

Stimme : \"Dat\' is\'n Sound, wa ?? Da..jetzt musse jenau aufpassen...dat iss\'
          einer von den Typen, die den ganzen Tach vor\'m Comp hocken, weil \'se
          nix besseres zu tun ham.....\"

Gebannt starre ich auf den Bildschirm, auf dem sich nun endlich etwas zu tun
scheint. Ja wahrlich, ein User besucht die Z.S.U.W.Z.S..
Undeutlich, wie durch einen dichten Nebel, was zum groessten Teil daran liegt,
dass sich SysOp Kleberlein alle Muehe dieser Welt gibt, Weltmeister im Ketten-
rauchen zu werden, kann ich den Usernamen \"Ultraman\" erkennen.

Stimme : \"Der Typ hatte ma\' Level 6...dann warer in Urlaub...jetzt hatter Level
          4....prust...hust...wer nix tut kriegt nix...normal...Urlaub..pah...
          ich muss Backups ziehen und die Damen und Herrn User fahren in Ur-
          laub....aber nit mit mir !!\"

Der Schweiss laeuft mir in Stroemen herunter, waehrend unser Freund Ultraman
seit mitlerweile 1 Stunde versucht, ein 3-Minuten-File aus der Mailbox downzu-
loaden, welches mein Gespraechsparter staendig und unter schallendem Gelaechter
durch Druecken der ***-Tastenkombination unterbricht, waehrend er gleichzeitig
versucht, eine Bierflasche an der Kante seines Monitors zu oeffnen.

Stimme : \"Dat\' is\' besser fuer die Auslastung. Sieht immer juut aus, wenn die
          Leutchen sehen, dat in meiner Box wat los ist...ausserdem ist das
          File e kacke...wat will der Typ damit...willste auch\'n Bier? Warte
          ma...da muss noch ne Dose aufer Heizung stehen.\"

Wenig spaeter gehoert der User Ultraman zu den gluecklichsten Usern der DFUe,
was mein Gegenueber mit einem gnaedigen Laecheln auf dem Gesicht unter dem
Aspekt der SysOp-Gnade mit den Worten :

         \"Jetzt hatter keine freien Downloads mehr und muss Uploaden...dat is
          SysOp-Taktik...geil wa?\"

kommentiert.
Es ist mitlerweile 15 Uhr und mich plagt ein ungeheurer Durst und ein gewisser
Drang nach fester Nahrung, die mich dazu bewegt, meinen Gegenueber nach etwas
Trinkbarem zu fragen und darauf zu hoffen, dass er mir doch wenigstens eine
jener Salzstangen abgeben wuerde, auf denen er, seit geraumer Zeit, unruhig
herumtrampelt. Stattdessen drueckt mir SysOp Kleberlein die bereits vor Stunden
versprochene Bierdose in die Hand, deren lauwarmer Inhalt sich beim Oeffenen
fast vollstaendig ueber die Tastatur seiner so heiss geliebten Mailbox er-
giesst.

Stimme : \"Dat is\' echt ALDI-Pils...knallt jut und macht die Lust am chatten
          groesser...wenn\'de was essen willst...hier fliegen irgendwo noch\'n
          paar Hamburger rum...sind noch frisch...von vorgestern....\"

Nachdem die nasse Tastatur mit Hilfe von Kleberleins T-Shirt getrocknet wurde
und die ohnehin fast unlesbare Aufschrift \"BKA is Kult\" nun vollends einer
Uebermacht gruener und gelber Flecken weichen muss, droehnt wieder diese grau-
same Musik an meine Ohren.
User Nummer 2 scheint den Weg in die Z.S.U.W.Z.S. gefunden zu haben.

Stimme : \"Ohneee...dat is\' wieder sone Null, die jetzt gleich wieder wie bloed
          nerven wird. Als wenn ich nix besseres zu tun haette. Die Typen ge-
          hoeren erschossen...\"

Ich blicke gespannt auf den Monitor, erwarte im naechsten Moment den Auftritt
eines s.g. Nerv-Users, als ich nach einigem Zoegern, welches sich wohl aus dem
Suchen und Treffen der geeigneten Buchstaben ergeben hat, ein deutliches GAST
erkennen kann.
Die Anfangsformalitaeten sind erledigt, unser Gast wuenscht den Usernamen
\"H.Brombomborski\" und die verzweifelte Suche nach dem handelsuebelichen Post-
fach-Befehl beginnt.

Stimme : \"Ja..da suchste...wa?...nix da...da gibbet hier nich\'...ich hab\' hier
          knallharte Aufnahmeformalitaeten. Die Deppen muessen mir \'nen Brief
          schreiben....da stehen dann Name, Adresse un\'so drinne...ja und die
          muessen mir unterschreiben, dat\'se keinen Mist machen. Is\' wegen dem
          Datenschutz und so...willste ma\'n paar augefuellte Formulare sehen?
          Die fliegen hier irgendwo rum...iss\' auch \'ne Alte dabei...die wohnt
          janz hier in der Naehe, ist 22 Jahre alt und heisst Daniela...geile
          Alte....\"

Die Worte sind noch nicht ganz im Raume verklungen, als sich auf meinem Schoss
ein Stapel loser Blaetter befindet, den ich zunaechst einmal nach den Kriterien
\"Reklamezettel\", \"Pornobilder\", \"Mc-Donald-Verpackungen\", \"Muell\" und \"zerknit-
terte Userantraege\" in kleinere Stapel umsortiere. Nachdem mir dies in beacht-
lciher Manier gelungen ist, wobei ich mich bei einer Atari-Beschreibung nicht
entschliessen kann, ob man sie zu \"Mc-Donald-Verpackungen\" oder \"Muell\" zaehlen
sollte, lese ich mir aufmerksam die einzelnen Userantraege durch, peinlichst
genau darauf achtend, die Vorschriften des Datenschutzes nicht zu verletzen.
Die Adresse und Telefonnummer der besagten Daniela werden notiert und ich ver-
suche meine unbequem gebueckte Stuhlhaltung etwas aufzulockern, was mir bei dem
Gedanken an eine 22 jaehrige Userin, die ihr Leben mit einem Computer teilen
muss und die ich gerne von ihren Leiden befreien will, relativ laessig gelingt.
SysOp Kleberlein beschaeftigt sich waehrenddessen intensiv mit seinem Gast.
Chatmaessig werden wichtige Informationen ausgetauscht. Der Gast verspricht,
immer artig zu sein und die Regeln des hiesigen Net-Koordinators auswendig zu
lernen, sie zu achten und zu ehren, bis ein moegliches Net-Verbot die Beziehung
scheidet, waehrend er als Gegenleistung die Kontonummer meines Studienobjektes
erhaelt.

Die Zeit vergeht wie im Fluge, davon ausgehend, dass Schildkroeten in der Lage
waehren zu fliegen. User um User betritt die Tore der Z.S.U.W.Z.S..
Alles nimmt seinen gewohnten Gang. Der User kommt, liest, drueckt \"Download\"
und zieht sich moegliche und unmoegliche Produkte der Sparte \"Programm\", waeh-
rend SysOp Kleberlein flucht, brummt, groehlt und weitere Bierdoseninhalte,
sowie diverse Erdnuesse und Salzstangen gleichmaessig im Zimmer, sowie auf mei-
ner Hose verteilt.
Nur einmal wird es unheimlich ruhig in unserem Brutkasten.
Es ist 22:12 Uhr und Freund Kleberlein rutscht nervoes auf seinem Sessel hin
und her. Ich versuche den Grund seiner Nervositaet zu ergruenden und starre ge-
spannt auf den Monitor. Doch bis auf die Tatsache, dass sich der 21. User an
diesem Tag in die Mailbox einlogt, kann ich nichts entdecken, was man als Grund
fuer den Umstand ansehen koennte, dass Kleberlein nun schweissgebadet an seinen
Fingernaegeln kaut und irgendetwas wie,

           \"Bitte nix in\'s PCN schreiben...bitte nicht...lass\' sie leben...
            bitte bitte...lieber Gott hilf !!\"

murmelt.
Ich kann die Atmosphaere, die sich in diesem Augenblick im Raume breitmacht
einfach nicht erklaeren, will meinen Gespraechspartner fragen und verwerfe die-
sen Gedanken bei dem Anblick, der sich mir nun bietet.
Kleberlein zittert, zusammengekauert sitzend, auf seinem Sessel herum, die Au-
gen fest geschlossen.

Stimme : \"Isser wech?? Nu sach\' schon...isser endlich wech?? Warum tut er das??
          Was habe ich ihm getan??

Ich beginne langsam zu begreifen, dass Kleberleins Zustand wohl unmittelbar mit
dem User zusammenhaengen muss, der sich gerade aus der Z.S.U.W.Z.S. verabschie-
det und mache ihn auf den LogOff aufmerksam, waehrend ich mir den Namen des
Users notiere, der diese Ueberreaktion meines Gegenuebers ausgeloest zu haben
scheint. Und waehrend sich Kleberleins Zustand wieder ein wenig beruhigt, kann
man auf meinem Notizblock deutlich den Usernamen \"Beetlejuice\" erkennen.
Muss wohl eine besondere Marke User sein.

Es ist 03:00 Uhr und meine Augen beginnen sich immer haeufiger zu schliessen,
was meinen Gegenueber dazu bewegt, anzumerken, dass die heute Jugend wohl auch
nicht mehr das waere, was sie einmal war.

Stimme : \"Bist wohl Arbeiten gar nicht mehr gewohnt, wa?? Guck\' mich an. Ich
          habe hier wie jeck zu tun und bin absolut fit. Ja Junge...dat nennt
          sich Durchhaltevermoegen...nit so schlapp...\"

Meine Lungen scheinen langsam daran zu denken, ihre Funktion einzustellen,
waehrend Kleberlein unter seinem Schreibtisch kauert, weil er sich sicher ist,
dass sich dort noch ein paar \"Kippen\" befinden muessten. Mein Magen uebt Ueber-
leben, waehrend meine Augen gierig auf einen halben Hamburger starren, der ca.
25 Zentimeter von mir entfernt zwischen zwei DOS-Beschreibungen klebt.
Und gerade in dem Augenblick, als sich mein Gesamtzustand einer Art Leichen-
starre anzugleichen beginnt, droehnt wieder jene wiederliche Computermusik auf
mich ein, die den Einzug des ersten Users an jenem neuen Mailboxtage ankuen-
digt.
Meine Finger umklammern meinen Ersatzkugelschreiber. Meine Augen versuchen, die
Abmessungen des unter einer dichten Dunsthaube verschwundenen Monitors wieder-
zufinden, als ich ploetzlich und wie durch eine dichte Nebelbank, ein leises
<Zisch> wahrnehmen kann.
Der User, der noch eben, froehlich pfeiffend, seinen Usernamen verewigen wollte
ist verschwunden. Ueberhaupt scheint Alles irgendwie verschwunden zu sein.
Der Monitor, den meine Augen gerade erst wiedergefunden hatten, blickt mich
nun pechschwarz und irgendwie tot an. Kein einziges blinkendes Laempchen ist
mehr auszumachen, sieht man einmal von der Festtagsbeleuchtung des HST-Modems
ab, welches auf einer Art Samtkissen neben der Z.S.U.W.Z.S. steht.
Ich hoere die Stimme meines Peinigers, der nun wie wild versucht, unter seinem
Schreibtisch hervorzukrabbeln.

Stimme : \"Wat\' is\' dat wieder fuer\'ne Scheisse...immer dat selbe..dat wird ja
          langsam zur Pein...dieses bloede Mailboxprogramm...der Kerl sollte
          sich von mir mal erklaeren lassen, wat programmieren heisst...\"

Und waehrend Kleberlein nun, mit einem Schraubenzieher zwischen den Zaehnen,
versucht seine Mailbox wieder zu beleben, gehe ich, etwas ueberrascht, selbst
auf Ursachenforschung, die mich nach wenigen Sekunden auf einen Stecker stossen
laesst, der sich noch vor einigen Minuten in einer Einrichtung befand, die man
gemein hin als Steckdose bezeichnet.
Ich mache Kleberlein, der mit hochrotem Kopf vor seiner Herzallerliebsten
sitzt und wie wild auf allen moeglichen und unmoeglichen Tasten herumdrueckt,
auf meinen Fund aufmerksam.

Stimme : \"Na siehste...wat hab\' ich dir gesagt...dat nennt der Kerl program-
          mieren. Da jeht\'n Stecker mal kurz floeten und schon schmiert dat
          daemliche Programm ab...na warte..dat jibt Lack im Intern...Der meint
          wohl, dat wir uns Alles von Ihm gefallen lassen...der Stuemper der.\"

Die Box ist, dank meiner ueberragenden detektivischen Faehigkeiten gerettet.
Mein Magen scheint seinen Koerper nun vollends verlassen zu haben und hinter
einer dunkelgruenen Gardiene, hinter der sich wiederum ein Fenster befinden
muss, hoert man etwas, dass mich an das froehliche Zwitschern meines vor kurzem
verschiedenen Wellensittichs erinnert.
Der Tag bricht an und ich fast zusammen.
\"Ich lebe noch\", denke ich mir, als ich mich von Kleberlein verabschiede und
nun wieder vor jener Eisentuer stehe, die wenig spaeter, von SysOp\'s Hand ge-
oeffnet wird. Ich wanke in\'s Freie, sehe wieder jenes sinnliche Geschoepf, die
mich nun ein wenig hilflos und ueberrascht anstarrt, waehrend sie mir ein
gedaempftes \"Guten Morgen...hatten sie eine angenehme Nacht?\", entgegenhaucht.
Meine Gedanken verlieren sich fuer einen Augenblick an ihre grossen, wohlge-
formten ********, als mich Kleberleins Stimme aus meinen Traeumen reisst.

Stimme : \"Also Junge...machet jut und komm\' mich ruhig noch mal besuchen. Du
          hast ja gesehen...ich hab\' zwar wenig Zeit...aber da laesst sich
          sicher wat einschieben....und gruess\' mir den Rest der Welt...wa.\"

Mir gelingt es nicht einmal mehr, ein \"Tschuess\" zu erwiedern, als ich, von der
Sonne geblendet, in die Arme meines Mitarbeiters sinke, der mich mit seinem
Wagen, vor der Haustuere in Empfang nimmt.
Ich freue mich auf mein Bett und ein anstaendiges Fruehstueck und beginne mich
zu fragen, ob es mir wirklich gelungen ist, ein typisches Exemplar der Gattung
SysOp kennenzulernen.
Eine Ausnahme oder doch ein typisches Beispiel???
Wer wird diese Frage je beantworten koennen, denke ich noch, bevor ich auf dem
Beifahrersitz meines Mitarbeiters einschlafe...........

Die Redaktion des NET-REPORTERS dankt unserem Vorort-Mann fuer seinen unglaub-
lichen Einsatz zum Wohle des Users, nimmt sich die Freiheit, einen besonderen
Gruss an Mr. Pentaralf zu richten und wuenscht dem Rest der Gesellschaft eine
schoene Zeit.....der 5. Teil wird kommen !!!

                         DER
                         NET-REPORTER

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